Frankreich

Juwelendiebe machen Millionen-Beute

| Lesedauer: 2 Minuten

In einem spektakulären Coup haben 15 Bewaffnete in Frankreich zwei Kleinbusse entführt und Juwelen geraubt. Der Wert soll sich auf mehrere Millionen Euro belaufen.

Bei einem spektakulären Überfall auf zwei Schmuck-Transporter in Frankreich hat eine Gruppe von Räubern eine Millionenbeute gemacht. Etwa 15 vermummte und schwer bewaffnete Täter überfielen nach Polizeiangaben die schwer gesicherten Fahrzeuge in der Nacht zum Mittwoch an einer Mautstelle auf der Autobahn A6 bei Avallon südöstlich von Paris. Die Beute der flüchtenden Räuber wird auf neun Millionen Euro geschätzt.

Die etwa 15 Täter waren alle maskiert, „schwer bewaffnet und kampferprobt“, wie es am Mittwoch bei der Polizei hieß. Verletzt wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft von Avallon aber niemand.

Die schwer gesicherten Schmuck-Transporter der auf solche Fahrten spezialisierten Firma Temis wurden später verlassen und ausgebrannt in der Nähe des Tatorts gefunden, wie ein AFP-Journalist beobachtete. Andere Fahrzeuge, vermutlich die Fluchtwagen der Räuber, wurden bei dem Dörfchen Quenne nördlich von Avallon im zentralfranzösischen Département Yonne entdeckt.

Polizei sucht mit Großaufgebot nacht Tätern

Die Polizei suchte am Mittwoch mit einem Großaufgebot nach den Tätern. „Das sind wahrscheinlich Typen aus dem Milieu der organisierten Kriminalität und gut informiert, es wurden keine Schüsse abgefeuert und alles lief blitzartig ab“, hieß es bei der Polizei.

Die Schmuckstücke in den Wert-Transportern waren für einen Verkauf im ostfranzösischen Besançon bestimmt. Der Überfall ereignete sich kurz nach Mitternacht auf der Autobahn Paris-Lyon.

Es handelt sich um den größten Raubüberfall auf einen Wert-Transporter seit dem Jahr 2009 in Frankreich. Damals hatte der Geldtransportfahrer Tony Musulin die Abwesenheit seiner zwei Kollegen genutzt, um in Lyon mit dem Fahrzeug zu verschwinden. Rund neun Millionen der 11,5 Millionen Euro Beute konnten später wiedergefunden werden. Musulin stellte sich der Polizei und verbüßte bis 2013 eine Haftstrafe von über vier Jahren. Die fehlenden 2,5 Millionen Euro seiner Beute sind nie aufgetaucht.

Überfälle auf Wert-Transporter hatte es zudem zu Zeiten der Umstellung auf den Euro Anfang der 2000er Jahre in Frankreich häufiger gegeben. Inzwischen kommen sie eher selten vor: Im Jahr 2013 gab es fünf solcher Raubüberfälle, im Jahr davor laut Polizei noch sechs. Attacken auf gesicherte Wert-Transporter, bei denen oft Sprengstoff oder automatische Schusswaffen zum Einsatz kommen, wurden häufig der organisierten Kriminalität zugeordnet.

( dpa/AP )

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