Norman Atlantic

Brand auf Adria-Fähre kostet sieben Menschen das Leben

Auf der „Norman Atlantic“ ist die Rettungsaktion beendet. Die Passagiere der Unglücksfähre wurden mit Hubschraubern ausgeflogen. Nun ist nur noch der Kapitän an Bord. Bisher wurden sieben Todesopfer gefunden.

Sämtliche Passagiere sind von der Adria-Fähre „Norman Atlantic“ geborgen. An Bord sei nur noch der Kapitän und vier Marine-Mitglieder, sagte der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi am Montag., sagte der italienische Premierminister Matteo Renzi am Montag in Rom. Bisher wurden sieben Todesopfer gefunden, sechs am Montag, ein Toter am Sonntag. Zunächst war von fünf Todesopfern die Rede, im Schiff entdeckten die Helfer aber noch zwei weitere Leichen.

Die italienische Küstenwache teilte mit, dass auf dem Schiff nun noch neun Besatzungsmitglieder seien. Unterschiedliche Angaben gab es zu den Geretteten. Renzi sprach von 407, die Marine von 414. Am Bord der Fähre waren 478 Menschen.

Unter den Passagieren waren nach offiziellen griechischen Angaben auch 18 Deutsche. Zwei davon kamen am Montag mit einem Containerschiff in der süditalienischen Hafenstadt Bari an. Eine Mitarbeiterin des deutschen Konsulats in Bari sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass die beiden aus Saarbrücken und Berlin kommen. Ihnen gehe es gut und sie würden nach Deutschland zurückgebracht.r Mittelmeerinsel Korfu in Brand geraten - darunter wahrscheinlich auch 18 Deutsche.

Die Menschen wurden mit Hubschraubern von der havarierten Fähre im Meer gerettet, nach Medienangaben etwa 20 pro Stunde. Wind, schlechtes Wetter und Rauch behindern die Rettung. Der Marine zufolge wurden inzwischen Ärzte an Bord gebracht. Am Montagmorgen erreichte ein Containerschiff mit 49 Geretteten den Hafen des süditalienischen Bari. Die Staatsanwaltschaft in Bari leitete Ermittlungen wegen fahrlässigen Schiffbruchs ein.

Dichter Rauch behinderte Rettungseinsatz

Die „Norman Atlantic“ der griechischen Anek Lines war auf dem Weg von Patras in Griechenland nach Ancona in Italien, als am frühen Sonntagmorgen nordwestlich der Insel Korfu vermutlich auf dem Autodeck ein Feuer ausbrach. Das Schiff trieb anschließend manövrierunfähig zwischen der italienischen und albanischen Küste.

In der Nacht hatte dichter Rauch den Rettungseinsatz behindert. Die Flammen an Bord der Fähre seien aber unter Kontrolle, meldete die italienische Nachrichtenagentur Ansa noch am späten Abend. Es könne jedoch weitere Glutnester im Inneren des Schiffes geben, und es qualme weiter.

Der Frachter „Spirit of Piraeus“, der zur Hamburger Rickmers-Gruppe gehört, war am Montagmorgen mit den Geretteten in Bari angekommen. Viele bedankten sich weinend beim Verlassen des Schiffes bei den Rettern. An Bord waren nach Angaben des Präfekten auch zwei Deutsche, zudem Griechen, Georgier, Iraker, Syrer, Türken und Albaner sowie ein Kanadier und zwei blinde Passagiere. Der Präfekt von Bari sagte, den Geretteten an Bord des Schiffes gehe es wohl gut.