Herbstwetter

Unwetter fegt über den Süden - Sturmflut im Norden erwartet

Der erste richtige Herbststurm hat vor allem im Süden Deutschlands für Verkehrsbehinderungen, umgestürzte Bäume und abgedeckte Dächer gesorgt. An der Nordsee wird die erste Sturmflut erwartet.

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Unwetter haben in Teilen Deutschlands große Schäden angerichtet. Feuerwehr und Polizei rückten in Baden-Württemberg und Bayern zu hunderten Einsätzen aus. Mehrere Bahnverbindungen und Straßen mussten am Abend und in der Nacht auf Mittwoch wegen des Sturms und umgestürzter Bäume zeitweise gesperrt werden. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand.

Berlin und Brandenburg blieben von dem Unwetter verschont. Dennoch ist es auch hier ungemütlich. Tagsüber bleibt es grau mit vielen Wolken, nur selten schaut die Sonne mal durch kleine Wolkenlücken. Örtlich gehen auch wieder Regenschauer nieder. Die Temperaturen erreichen am Nachmittag Werte zwischen 10 und 13 Grad. Der Wind weht frisch, in Böen stark aus West.

In Süddeutschland gab es insbesondere in Baden-Württemberg massive Verkehrsbehinderungen. Nach Angaben eines Bahnsprechers war insbesondere der Regionalverkehr betroffen. Im Fernverkehr kam es zu keinen größeren Beeinträchtigungen. Bahnstrecken waren teils komplett gesperrt. Im Schwarzwald kollidierte ein Regionalexpress mit einem Baum.

Starkregen zerstört Flüchtlingszelt

Nach Starkregen und heftigen Windböen mussten zwei Flüchtlingszelte in Nürnberg geräumt werden. Die Unterkünfte seien derart demoliert worden, dass sie unbewohnbar wurden, sagte ein Sprecher des Flüchtlingsrates. Die durchnässten Bewohner seien in andere Unterkünfte – ein anderes Zelt und ein ehemaliges Möbelhaus – gebracht worden.

Glimpflich davon kam nach Polizeiangaben ein Lkw-Fahrer im Schwarzwald. Nachdem er seinen Laster geparkt und es sich im Führerhaus bequem gemacht hatte, fiel ein Baum um und landete zwischen der Kabine und dem Anhänger. Der Mann blieb unverletzt. In Oberschwaben fiel in einigen Orten der Strom aus.

Erste Herbst-Sturmflut erwartet

Im Norden wird im Laufe des Mittwochs eine Sturmflut erwartet. Dadurch könnten Strände, Vorland und Hafenflächen überflutet werden, warnte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Schuld daran haben die Ausläufer des Hurrikans „Gonzalo“, der nach der Prognose des Deutschen Wetterdienstes über Deutschland zieht.

Um 0.49 Uhr erreichte ein erstes Hochwasser das niedersächsische Cuxhafen. Alle Pegelwerte im Elbe- und Wesergebiet sowie an der Nordsee seien aber bislang unter 1,50 Metern geblieben, sagte eine Sprecherin des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg.

Als Sturmflut gilt ein Wasserstand von 1,50 bis 2,50 Metern über dem durchschnittlichen Hochwasser (Mittleres Hochwasser). Erst bei Pegelständen zwischen 2,50 und 3,50 Meter sprechen die Experten von einer schweren Sturmflut.

Drei Zentimeter Schnee auf dem Brocken

Meteorologen haben für die kommenden Tage einen Wintereinbruch vorhergesagt.

Auf dem Brocken fielen in der Nacht zum Mittwoch drei Zentimeter Schnee. Nach minus einem Grad in der Nacht seien die Temperaturen inzwischen aber wieder im Plusbereich, sagte Matthias Glenk von der Wetterwarte auf dem höchsten Berg in Norddeutschland. Voraussichtlich bis Mittag oder bis zum frühen Nachmittag bleibe der Schnee noch liegen. Den ersten Schneeschauer der Saison hatte es laut Glenk schon im September gegeben, der sei aber sehr kurz gewesen und habe viel weniger weiße Pracht gebracht als jetzt.

Von Mittwochmorgen an könne es bis auf 800 Meter schneien, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes in München. Bis Freitag wird oberhalb von 1500 Metern bis zu ein Meter Schnee erwartet.

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