Epidemie

Ebola-Verdachtsfall in Hamburg bestätigt sich nicht

Ein Mann aus Sierra Leone ist am Sonnabend mit Ebola-Symptomen in die Hamburger Uni-Klinik gebracht worden. Mittlerweile befindet er sich nicht mehr auf der Isolierstation.

Der Ebola-Verdacht bei einem Mann aus Sierra Leone hat sich nach Angaben des Hamburger Uni-Klinikums Eppendorf nicht bestätigt. „Der Mann befindet sich seit 07.10 Uhr nicht mehr auf der Isolationsstation“, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur am Sonntagmorgen.

Der Afrikaner hatte laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung am Sonnabendnachmittag über Fieber und Erbrechen geklagt und war mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht worden.

Von dort war der 28-Jährige am späten Abend mit einem Infektionsrettungswagen in das Uni-Klinikum verlegt worden. Der Wagen wurde laut „Bild“-Zeitung während der Fahrt von mehr als sechs Streifenwagen der Polizei begleitet.

Das Wohnheim des Mannes – eine Unterkunft vorwiegend für Wohnungslose – war abgesperrt worden. Der Mann soll am 7. August über Paris in die Hansestadt gelangt sein.

Experimentelles Serum soll spanischem Missionar helfen

Der mit Ebola infizierte spanische Missionar kann mit demselben experimentellen Serum behandelt werden wie die beiden Ebola-Patienten in den USA.

Das spanische Gesundheitsministerium teilte mit, das Serum ZMapp sei am Sonnabendabend im Krankenhaus Carlos III. in Madrid eingetroffen, in dem der 75-jährige Priester Miguel Pajares behandelt wird.

Zuvor hatte die Arzneimittelaufsichtsbehörde demnach eine Importerlaubnis für das Serum erteilt. Der Priester hatte sich in Liberia mit dem Ebola-Virus angesteckt und war am Donnerstag unter strengen Schutzvorkehrungen nach Madrid geflogen worden.

ZMapp bislang nur an Tieren gestestet

Das von einem US-Labor entwickelte Serum ZMapp wurde bislang nur an Tieren getestet. Mangels Medikamenten gegen Ebola wurde es dennoch bei einem Arzt und einer Krankenschwester aus den USA angewendet, sie sich beim Umgang mit Ebola-Kranken in Liberia infiziert hatten. Sie werden in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia behandelt.

Nach Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums konnte ZMapp aufgrund einer Regelung importiert werden, wonach unerprobte Medikamente bei Lebensgefahr für den Patienten und fehlender Alternativen eingesetzt werden dürfen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte die Ebola-Epidemie in Westafrika am Freitag zum internationalen Gesundheitsnotfall erklärt. Nach ihren Angaben starben bisher mehr als 961 Menschen an dem durch Körperflüssigkeiten übertragenen Erreger, fast 1800 Menschen infizierten sich.

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