Nach Unglück

„Costa Concordia“ hat ihre letzte Reise angetreten

Das verunglückte Kreuzfahrtschiff „Costa Concordia“ ist unterwegs nach Genua. Am Mittwochmorgen machte es sich auf die viertägige Reise - und ist dabei langsamer als ein Fußgänger.

Foto: ANDREAS SOLARO / AFP

Der Beginn des Abtransports der „Costa Concordia“ ist von den anderen Schiffen im Hafen der italienischen Insel Giglio mit Schiffssirenen begleitet worden. Nachdem sich der havarierte Kreuzfahrtriese am Mittwochmorgen deutlich bewegt hatte, feierten die anderen Schiffe dies mit lautem Getöse. Einige Zuschauer im Hafen applaudierten. Bereits kurz nach Beginn des Manövers hatte sich die „Costa Concordia“ deutlich gedreht und ein Stück von der Insel wegbewegt. Sie soll etwa gegen Mittag Giglio verlassen und Kurs auf Genua nehmen.

Die Reise dorthin wird voraussichtlich vier Tage dauern. Gezogen wird die „Costa Concordia“ von vier großen Schleppern, zehn Schiffe begleiten den Transport auf der gut 350 Kilometer langen Strecke in die ligurische Hafenstadt. Der Bereich um das Schiff wird währenddessen weiträumig abgesperrt, ebenso der Luftraum. Der Kreuzfahrtriese soll sich mit einer Geschwindigkeit von etwa zwei Knoten (3,7 Stundenkilometer) durch das nördliche Mittelmeer bewegen.

Seine Ankunft in Genua, wo das Schiff in den kommenden zwei Jahren verschrottet werden soll, ist für Sonntag vorgesehen. 32 Menschen waren bei der Havarie der „Costa Concordia“ im Januar 2012 ums Leben gekommen, darunter auch zwölf Deutsche. In den vergangenen gut zweieinhalb Jahren war das Schiff in einer bislang einzigartigen Aktion auf den Abtransport vorbereitet worden. Insgesamt soll die Bergung des Kreuzfahrtriesen etwa 1,5 Milliarden Euro kosten.