Bericht

Alice Schwarzer könnte noch mehr Steuern hinterzogen haben

Medienberichten zufolge gibt es einen Verdacht, dass Alice Schwarzer in ihrer Selbstanzeige nicht die ganze Wahrheit offenbart hat. Sollte das so sein, wäre ein Strafverfahren möglich.

Foto: bs dpa / picture alliance /

Der Verdacht wiegt schwer: Frauenrechtlerin Alice Schwarzer könnte noch mehr Steuern hinterzogen haben, als bisher bekannt. Das berichten übereinstimmend der „Spiegel“ und der „Focus“.

Informationen des Spiegel zufolge geht es um mögliche Einnahmen aus selbstständiger Tätigkeit, die Schwarzer bei ihrer Selbstanzeige verschwiegen haben könnte. Demnach hätten Staatsanwaltschaft und Steuerfahndung Köln Mitte Mai mehrere Objekte durchsucht, darunter auch ein Fachwerkhaus im Oberbergischen Kreis, wo Schwarzer wohnt. Auch mehrere Durchsuchungsbeschlüsse für Bankkonten sollen vollstreckt worden sein.

Der Verdacht sei im Finanzamt Gummersbach entstanden. Demnach könnte Schwarzer Einnahmen aus selbstständiger Arbeit in sechsstelliger Höhe verschwiegen haben.

Sollte sich dieser Verdacht bestätigen, wäre ihre Selbstanzeige unwirksam. Die „Emma“-Gründerin hatte im Februar öffentlich zugegeben, dass sie Zinseinnahmen aus einem Konto in der Schweiz nicht versteuert hatte. Deshalb hatte sie sich bereits im November selbst angezeigt und Steuern in Höhe von 200.000 Euro plus Zinsen nachgezahlt. Damit könnte Schwarzer jetzt ein Strafverfahren drohen - für alle hinterzogenen Steuern.

Der Anwalt der 71 Jahre alten Publizistin, Christian Schertz, teilte am Freitag mit, dass auch nach ihrer Selbstanzeige und Steuernachzahlung ein steuerliches Ermittlungsverfahren laufe. Schertz bestätigte die Durchsuchungen am 20. Mai, bezeichnete aber Mutmaßungen über die Höhe einer möglichen zusätzlichen Steuerschuld als „falsch“.

Die Staatsanwaltschaft in Köln äußerte sich in der Sache nicht.