Malaysia Airlines

MH370 - Bald geht dem Flugschreiber die Energie aus

Mehrere Schiffe haben mögliche Signale von der Blackbox des verschollenen Flugs MH370 geortet. Doch die Zeit wird knapp - die Batterien des Flugschreibers halten nur noch bis Montag.

Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit: Vier Wochen nach dem Verschwinden von Flug MH370 haben zwei Schiffe im südlichen Indischen Ozean mögliche Signale der Blackbox geortet. Zwölf Flugzeuge und 13 Schiffe beteiligten sich nach australischen Angaben am Sonntag an der Suche. Der Flugschreiber könnte möglicherweise aber schon am Montag aufhören zu senden, weil nach etwa 30 Tagen die Batterie leer ist.

Die ersten Signale registrierte ein Flugschreiber-Detektor an Bord des chinesischen Suchschiffes „Haixun 01“, wie der australische Chef der internationalen Suchmannschaft, Angus Houston, sagte. Am Sonnabend wurde demnach etwa 90 Sekunden lang ein pulsierendes Signal empfangen und ein flüchtigeres „Ping“ am Freitag.

Beide Signale lagen auf der Frequenz 37,5 Kilohertz, auf der üblicherweise Flugschreiber senden. Ob es sich tatsächlich um Signale der Blackbox des seit dem 8. März vermissten Passagierflugzeugs von Malaysia Airlines handele, sei aber noch unklar, betonte Houston.

Experten bleiben vorsichtig

Am Sonntag empfing dann auch das australische Schiff „Ocean Shield“ ein Signal, allerdings rund 300 Seemeilen (rund 550 Kilometer) weiter nördlich. Beiden Hinweisen werde „sehr ernsthaft“ nachgegangen, sagte Houston. Die Spur der chinesischen Suchmannschaft schätze er aber als aussichtsreicher ein.

Gleichzeitig warnte der frühere australische Militärchef vor zu großen Erwartungen angesichts des „sehr großen Suchgebiets“, das aufgrund neuer Satellitendaten weiter in Richtung Süden verschoben wurde. Das chinesische Suchschiff „Haixun 01“ befindet sich bereits im nun anvisierten südlichen Bereich des Suchgebiets rund 2000 Kilometer nordwestlich von Perth.

Auch der australische Verteidigungsminister David Johnston warnte, dass die Signale womöglich nicht von der verschollenen Boeing 777-200 stammen. „Das wäre nicht das erste Mal, dass wir etwas haben, was sich am Ende als Enttäuschung herausstellt“, warnte Johnston im Fernsehsender ABC.

Trümmer entpuppen sich als Müll

Seit dem Verschwinden des Flugzeuges mit 239 Menschen an Bord am 8. März wird nach Trümmern und dem Flugschreiber der Maschine gesucht. Am Sonntag beteiligten sich bis zu zehn Militärflugzeuge, zwei zivile Flugzeuge und 13 Schiffe an der Suche. Von Flugzeugen gesichtete und dann von Schiffen geborgene Gegenstände entpuppten sich bisher jedoch stets als Müll.

Die Blackbox sendet bis etwa einen Monat nach einem Absturz Signale aus. Suchkoordinator Houston sagte am Sonntag, den Einsatzkräften laufe „die Zeit davon“, ein womöglich im Meer versunkenes Wrack noch zu finden.

Bergung könnte schwierig werden

Bisher ist völlig unklar, warum die Boeing 777-200 auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking plötzlich den Kurs wechselte und von den Radarschirmen verschwand. Sollte es nicht gelingen, die Flugschreiber aus dem Ozean zu bergen, dürfte das Rätsel um das Verschwinden von Flug MH370 wohl für immer ungelöst bleiben.

Doch auch wenn die Blackbox noch geortet werden sollte, dürfte die Bergung äußerst schwierig und langwierig werden, wie Houston betonte. In der Gegend ist der Ozean bis zu 4,5 Kilometer tief.