Vermisstes Flugzeug

Letzter Funkspruch von MH370 veröffentlicht

Im Fall des vermissten Flugs MH370 hat China neue Satellitenbilder von schwimmenden Objekten im Indischen Ozean gemeldet. Der letzte Funkspruch aus dem Cockpit weist auf nichts Verdächtiges hin.

Ein chinesischer Satellit hat vielleicht ein MH370-Wrackteil im Indischen Ozean gesichtet. „Das mögliche Wrackteil ist 22 Meter lang und 30 Meter breit“, sagte Malaysias Verkehrsminister Hishammuddin Hussein am Sonnabend auf einer Pressekonferenz in Kuala Lumpur. China bestätigte laut der Nachrichtenagentur Xinhua die Sichtung.

Hussein sagte, dies sei ihm von der chinesischen Regierung mitgeteilt worden. Peking werde Schiffe zu der fraglichen Stelle schicken, er machte aber keine näheren Angaben zur Position des Objektes. Die Boeing 777 mit 239 Passagieren an Bord war am 8. März auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking verschollen.

Die britische Zeitung „The Telegraph“ veröffentlichte am Sonnabend das aus dem Mandarin ins Englische übersetzte Protokoll der letzten 54 Minuten aus dem Cockpit der Maschine von Malaysia Airlines, bevor das Flugzeug vom Radar verschwand. Die Kommunikation begann um 0.25 Uhr lokaler Zeit mit dem Tower in Kuala Lumpur und endete um 1.19 Uhr mit der Nachricht des Piloten "Alles in Ordnung, gute Nacht." Die aufgezeichnete Kommunikation weist nichts Ungewöhnliches oder Verdächtiges auf.

Fläche so groß wie Mecklenburg-Vorpommern

Gut zwei Wochen nach dem Verschwinden der Maschine haben die Einsatzkräfte bisher ein Gebiet von 23.000 Quadratkilometern abgesucht – ein Fläche etwa so groß wie Mecklenburg-Vorpommern. Australiens Vize-Premierminister, Warren Truss, wollte die Suche auch am Sonnabend fortsetzen: „Wir tun alles was wir können und wir werden nicht aufgeben.“

Die Aktion wird durch die große Entfernung vom australischen Festland erschwert: Den Flugzeugen bleibt nach der Ankunft im Suchgebiet Treibstoff für etwa zwei Stunden, bevor sie den Rückflug antreten müssen. Der australische Einsatzleiter John Young betonte, die Spezialisten hielten nach wie vor auch nach Überlebenden Ausschau.

Auf Satellitenbildern hatten Experten bereits vor den chinesischen Aufnahmen rund 2500 Kilometer von Perth entfernt Objekte entdeckt, die Bruchstücke der Maschine sein könnten. Das Treibgut konnte von den Flugzeugen bislang aber nicht entdeckt werden. Schlechtes Wetter erschwerte die Bemühungen der Suchtrupps. Drei australische Maschinen, dazu eine amerikanische und eine weitere aus Neuseeland waren am Freitag bei Regen, Nebel und dichten Wolken unterwegs. Dort waren die möglichen Wrackteile von 24 und fünf Metern Länge gesichtet worden.

Suche nach Überlebenden

„Sie (die Objekte) sind unsere beste Spur zu einer Stelle, wo wir womöglich Menschen finden, die gerettet werden müssen“, sagte Young. „Wir konzentrieren uns darauf, Überlebende zu finden, wenn es Überlebende gibt.“ Nach Auskunft Youngs sind für die Art der Suche mehr als die bisherigen Flugzeuge aus Australien, Neuseeland und den USA nötig.

China setzte weitere Schiffe mit Hubschraubern an Bord in Bewegung. Der Eisbrecher „Xuelong“ (Schneedrache) fülle in Australien seinen Proviant auf und fahre dann in den südlichen Indischen Ozean, wie die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Aus Japan sollten zwei weitere Flugzeuge am Wochenende in Australien eintreffen.

Truss sagte, es sei wahrscheinlich, dass sich noch weitere Länder an dem Einsatz beteiligen. Auch neue und bessere Satellitenbilder könnten helfen. „Wir versuchen, mehr und hochauflösendere Fotos zu bekommen. So wollen wir mehr Aufschluss darüber gewinnen, wo die Objekte sind, wie weit sie sich bewegt haben und welche Anstrengungen für die Suche noch unternommen werden sollten“, sagte Truss.

Die Ermittler sind nach Signal- und Datenanalysen überzeugt, dass die Maschine nach dem Start radikal vom Kurs abwich und noch stundenlang weiterflog. Am vergangenen Sonnabend, eine Woche nach dem Verschwinden, sagte der malaysische Regierungschef Najib Razak, alles deute darauf hin, dass die Kommunikationssysteme an Bord absichtlich abgestellt wurden. Ein Kabelbrand mit giftigen Gasen oder ein Luftdruckverlust, der die Piloten bewusstlos machte, werde aber auch nicht ausgeschlossen, hatte der malaysische Verkehrsminister Hishammuddin Hussein am Donnerstag gesagt.

Die Region liegt in einem Gebiet, das unter Seefahrern als „Roaring Forties“ bekannt ist. Damit ist eine Region mit heftigem Westwinddrift zwischen dem 40. und 50. südlichen Breitengrad gemeint. Dort ist das Wetter meist unbeständig und der Wellengang hoch. Vor Ort ist bereits ein norwegisches Frachtschiff, dessen Besatzung die Amsa um Mithilfe gebeten hat. Die Mannschaft an Bord hält ebenfalls nach möglichen Wrackteilen Ausschau.

Der abgelegenste Ort der Welt

„Es ist wohl der abgelegenste Ort der Welt, den man sich denken kann. Aber wenn da unten etwas ist, werden wir es finden. Wir schulden es den Familien dieser Menschen, da nicht nachzulassen“, versprach der australische Premierminister Tony Abbott. Mike Yardley, Generalmajor der neuseeländischen Luftwaffe, zeigte sich zuversichtlich, dass die Teile gefunden werden, wenn sie nicht inzwischen untergegangen sind. „Ich war schon früher an solchen Missionen beteiligt, wenn es ein paar Tage gedauert hat, um zu Ergebnissen zu kommen“, sagte er.

Der malaysische Verteidigungsminister Hussein stellte sich auf eine lange Suche nach den mutmaßlichen Wrackteilen ein. Er sagte, er wolle mit US-Verteidigungsminister Chuck Hagel über weitere Hilfe der USA sprechen. Abbott sprach auch mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping. Dieser sei „am Boden zerstört“. Von den 227 Passagieren der vermissten Maschine waren 154 aus China. Malaysische Staatsvertreter trafen in Peking die Angehörigen der chinesischen Insassen der Maschine.