Flug MH370

Jet über Malediven gesichtet - Suche auf Indischen Ozean konzentriert

Die Suche nach dem vermissten malaysischen Flugzeug konzentriert sich nun auf den Indischen Ozean. Bewohner einer Malediven-Insel wollen eine Passagiermaschine im Tiefflug gesichtet haben.

Foto: Stephanie Kock / Infografik Die Welt

Bei der Suche nach der verschollenen malaysischen Passagiermaschine des Fluges MH370 mit 239 Menschen an Bord konzentrieren sich die Ermittler verstärkt auf den südlichen Indischen Ozean. Die wahrscheinlichste Annahme sei derzeit, dass die seit mehr als einer Woche vermisste Maschine nach dem abgerissenen Kontakt Richtung Süden geflogen sei, verlautete aus dem Umfeld der Ermittlungen am Mittwoch.

Sie sei vermutlich immer weiter in den südlichen Suchkorridor hineingeflogen, der über Indonesien in den Indischen Ozean westlich von Australien reicht. Dies ergebe sich daraus, dass in dem nördlichen Gebiet von Thailand bis nach Kasachstan keine Hinweise entdeckt worden seien.

Auch in China wurden bislang keine Hinweise auf die Maschine der Malaysia Airlines gefunden. Es gebe keine Anzeichen, dass die Boeing 777 in den chinesischen Luftraum geflogen sei, sagte ein Sprecher des Außenministeriums. Experten sagen, dass das Militär in hochgesicherten Ländern wie China die Maschine auf dem Radar entdeckt hätte, wenn sie dort eingedrungen wäre.

Malediven-Bewohner sahen tieffliegenden Jet

Kurz nach dem Verschwinden des Flugzeuges haben die Bewohner einer Malediven-Insel laut einer Lokalzeitung einen tieffliegenden Passagier-Jet gesehen. Das Flugzeug sei den Augenzeugen zufolge weiß mit roten Streifen gewesen – so sähen häufig auch die Flugzeuge der Malaysia Airlines aus, berichtete die Zeitung „Haveeru“ online.

Ein Journalist der Zeitung erklärte auf Nachfrage, die Menschen der Insel Kuda Huvadhoo im Dhaal Atoll hätten seit vorvergangenen Sonnabend auf die Sichtung hingewiesen. Aber erst jetzt habe seine Zeitung mehrere Menschen persönlich sprechen können.

Den übereinstimmenden Berichten zufolge habe das Flugzeug um 6.15 Uhr Ortszeit die Insel überquert und dabei einen ohrenbetäubendem Lärm gemacht. „Ich habe noch nie ein Flugzeug so niedrig über unsere Insel fliegen sehen. Wir haben Wasserflugzeuge gesehen, aber ich bin sicher, dass das keines war“, sagte ein Augenzeuge der Zeitung.

Die Boeing 777-200 der Malaysia Airlines verschwand am 8. März mit 239 Menschen an Bord. Die Maschine wurde wohl absichtlich vom Kurs abgebracht und die Kommunikationssysteme an Bord ausgestellt. Unter der Führung Australiens wird auch im Indischen Ozean nach dem Flugzeug gesucht, allerdings nicht so weit im Norden.

Ereignisse im Cockpit unklar

Die Maschine war am Sonnabend auf dem Flug von Kuala Lumpur nach Peking vom Radar verschwunden, ohne dass zuvor ein Notruf abgesetzt wurde. Anschließend flog die Boeing 777 offenbar noch rund sieben Stunden weiter. 26 Länder beteiligen sich mittlerweile an der Suche, die vom Kaspischen Meer bis in den südlichen Indischen Ozean reicht.

Verwirrung gibt es weiter darüber, was wann genau nach dem Start in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur im Cockpit der Boeing geschah. Die malaysischen Ermittler gehen davon aus, dass jemand mit großer Fachkompetenz sowohl über den Flugzeugtyp als auch über die zivile Luftfahrt die Maschine gezielt umgeleitet haben könnte.

Die Kursänderung des verschollenen Malaysia-Airlines-Flugzeugs soll bereits vor der Abmeldung der Piloten im Bordcomputer eingegeben worden sein. Das berichtete der US-Sender NBC unter Berufung auf Ermittlerkreise.

Die Zeitung „The Malay Daily“ schrieb, im heimischen Flugsimulator des Piloten Zaharie Ahmad Shah seien Landebahnen auf den Malediven, in Sri Lanka und Indien einprogrammiert gewesen. Diese lägen auf einer der beiden Flugrouten, die die Ermittler nach der Kehrtwende der Maschine für möglich halten.

Am 3. Februar seien Daten gelöscht worden – Wochen vor dem Start des nun spurlos verschwunden Flugzeugs. Das berichtete der malaysische Polizeichef Khalid Abu Bakar am Mittwoch in Kuala Lumpur. Die Ermittler prüfen, ob Zaharie Ahmad Shah das Gerät wie Freunde sagen, tatsächlich nur hatte, um mit Freunden seine Begeisterung für das Fliegen zu teilen. Experten untersuchen nach Angaben des Polizeichefs, ob die gelöschten Daten rekonstruiert werden können.

Ob der Kapitän oder sein Copilot an einer Verschwörung beteiligt waren, ist unbekannt. Malaysias Verkehrsminister Hishammuddin Hussein betonte: „Alle Crew-Mitglieder, einschließlich der Piloten, sind unschuldig, bis das Gegenteil bewiesen ist.“ Die Polizei ermittelt unter anderem wegen Sabotage, Entführung oder Terrorismus. Nach Angaben des Verkehrsministers haben bis auf Russland und Ukraine alle Länder ihre Landsleute überprüft und keine verdächtigen Merkmale gefunden.

Allianz zahlt für Flug MH370

Der Münchner Versicherungskonzern Allianz hat einem Bericht zufolge im Fall des verschwundenen Fluges MH370 mit der Auszahlung der Versicherungssumme für Schäden an Flugzeug und Insassen begonnen. Dies habe eine Sprecherin der Allianz bestätigt, berichtete das „Handelsblatt“ am Mittwoch. Die Auszahlung an die Fluggesellschaft sowie an die Angehörigen der insgesamt 239 Insassen der Maschine von Malaysia Airlines solle noch in dieser Woche abgeschlossen sein, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Versicherungskreise.

Dem „Handelsblatt“ zufolge bestätigte die Allianz auch, dass sie ein Konsortium aus verschiedenen Versicherern von Malaysia Airlines anführt. Die Versicherungssumme belaufe sich unbestätigten Angaben zufolge auf insgesamt rund 100 Millionen Dollar (etwa 72 Millionen Euro), es sei aber unklar, welchen Anteil daran die Allianz trage. In der Luftfahrtversicherung ist es demnach üblich, die Versicherungssummen an Fluggesellschaften und Angehörige von Insassen im Schadensfall früh auszuzahlen.

Das vermisste Flugzeug von Malaysia Airlines war am 8. März auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking von den Radarschirmen verschwunden, ohne dass zuvor ein Notruf abgesetzt wurde. Anschließend flog die Boeing 777 offenbar noch rund sieben Stunden weiter. Die Maschine wurde wohl absichtlich vom Kurs abgebracht und die Kommunikationssysteme an Bord ausgestellt. Noch immer ist unklar, ob die Maschine abstürzte oder irgendwo landete. Unterstützt werden die Fahnder von Millionen Internetnutzern, die von zuhause aus Satellitenbilder auswerten.

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