Theater

Saul Rubinek kommt zur Premiere seines Stücks „Schlechter Rat“

Die Beziehungskomödie lockte zur Erstaufführung viele prominente Gäste nach Charlottenburg. Mit dabei waren Jasmin Gerat, Anna Loos – und die Kinder des Hauptdarstellers Uwe Ochsenknecht.

Foto: Amin Akhtar

„Man sollte sich das Stück nicht mit seinem Freund oder seiner Freundin anschauen – ich garantiere, dass man sich danach erst mal ordentlich streitet“, sagt Saul Rubinek und lacht. „Ach, Blödsinn, so stimmt das ja nun auch nicht“, erwidert seine Ehefrau Elinor Reid und schüttelt den Kopf. „Oh, doch, doch, glaub mir“, gibt er zurück. „Aber ich verspreche dir, dass die Leute trotzdem ins Theater gehen werden.“

Am frühen Sonntagmorgen ist der kanadische Schauspieler, Regisseur und Autor mit seiner Frau nach Berlin gekommen, und zwar aus gutem Grund. Am Abend feierte das von ihm geschriebene Stück „Schlechter Rat“ in der Komödie am Kurfürstendamm Premiere. Nach der Uraufführung in London ist es erstmals in einer anderen Sprache zu sehen. Und obwohl Rubinek nur ein paar wenige Worte Deutsch spricht, war es ihm wichtig, nach Berlin zu kommen.

„Es geht um Beziehungen zwischen Männern und Frauen, um Freundschaften – die einen Menschen einerseits enorm bereichern oder ganz und gar zerstören können“, erklärt der 65-Jährige. „Es ist ein Stück, das meiner Meinung nach in jede Kultur oder Stadt passt. Denn die Beziehungsprobleme sind bei allen die selben. Jeder kann sich darin erkennen.“

Die Ochsenknecht-Geschwister freuten sich auf ihren Vater

Und ob das Stück auch in Deutschland, in der Berliner Szenerie funktioniert, davon wollten sich an diesem Abend zahlreiche Prominente überzeugen. Gekommen waren die Schauspielerinnen Jasmin Gerat und Anna Loos, Schauspieler Christoph M. Orth mit Partnerin Dana Golombek sowie deren Kollege Justus von Dohnányi.

Viele von ihnen waren allein schon wegen der Besetzung des Stücks gekommen: Die vier gleichwertigen Hauptrollen übernehmen Uwe Ochsenknecht, Oscar Ortega Sánchez, Charlotte Schwab und Julia Malik. Umso mehr freuten sich die drei Ochsenknecht-Geschwister Jimi Blue, Cheyenne und Wilson Gonzalez auf den Auftritt ihres Vaters. „Eigentlich ist es kein großer Unterschied, meinem Vater im Fernsehen oder auf der Bühne zuzuschauen. Er kann beides“, so Wilson Gonzalez. „Spannend ist jedoch die unmittelbare Reaktion des Publikums zu sehen.“

Auch Diana Amft freute sich auf das Stück mit ihrem „sehr, sehr guten Freund und Kollegen“ Ochsenknecht. „Und zudem stehe ich total auf Beziehungskomödien, ganz klar“, so die Schauspielerin, die selbst in diesem Genre zu Hause ist. „Ich bin gespannt ohne Ende.“

„Die Berliner sind sehr spendabel gewesen“

Das war auch Saul Rubinek, der euphorisch von Theater-Chef Martin Woelffer begrüßt wurde. „Es ist eine riesige Ehre, dass Sie extra von so weit her zu uns in die Komödie kommen“, freute sich der Direktor, der Rubinek eingeladen hatte. Für ihn sei der Berlin-Besuch etwas ganz Besonderes, betont Rubinek, der bisher nur einmal im Jahr 1968 in Berlin gewesen war.

„Da habe ich hier auf der gegenüberliegenden Straßenseite am Kurfürstendamm Gitarre gespielt, ich glaube ein paar Lieder von Bob Dylan, und habe innerhalb von nur ein paar Stunden ordentlich Geld verdient. Die Berliner sind sehr spendabel gewesen“, so der in New York lebende Schauspielerin, der bereits mit Regisseur Clint Eastwood zusammengearbeitet und neben Michael Douglas in Oliver Stones „Wall Street“ gespielt hat. „Doch ich denke, das spare ich mir bei diesem Besuch – stattdessen werden meine Frau und ich die Stadt anderweitig unsicher machen.“

Bis Freitag will das Ehepaar in der Hauptstadt bleiben, das Jüdische Museum anschauen, den Checkpoint Charlie besuchen, vielleicht die eine oder andere Ausstellung genießen „und schön essen gehen“, sagt Rubinek kurz vor der Premiere. „Heute Abend müssen wir erst mal den Jetlag überstehen.“