Hessen

Polizei untersucht Tod von drei Frauen auf Campingplatz

Zwei Frauen aus Brandenburg und eine 44-Jährige aus Schauenburg haben sich möglicherweise in sozialen Netzwerken zum Suizid verabredet. Sie nahmen sich in einem Ferienhaus in Hessen das Leben.

Auf einem Campingplatz am Edersee in Hessen sind am Mittwoch in den späten Nachmittagstunden in einem Ferienhaus drei Frauenleichen gefunden worden. Nach Polizeiangaben stammten zwei der drei Toten aus Brandenburg. Die Leichen wurden in einer Blockhütte in Vöhl (Landkreis Waldeck-Frankenberg) entdeckt.

Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand haben sich die drei Frauen in sozialen Netzwerken im Internet kennengelernt und gezielt auf dem Campingplatz getroffen. Ob sie sich bereits vorher kannten ist noch nicht bekannt.

Die Polizei geht von einem gemeinschaftlichen Suizid aus. Anzeichen auf Fremdverschulden oder einen technischen Defekt haben sich bislang nicht ergeben. Die Korbacher Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Todesursache übernommen.

Eine 49-jährige Frau aus Frankfurt/Oder hatte am Montag dieser Woche für zwei Tage ein Ferienhaus auf dem Campingplatz angemietet (für drei Personen). Der Campingplatzbetreiber hatte die Mieter dann zwei Tage lang nicht gesehen und schaute am Mittwoch gegen 17.20 Uhr in dem Domizil nach.

An der Badezimmertür fand er einen Warnhinweis auf Kohlenmonoxid und verständigte daraufhin die Rettungskräfte. Unter Atemschutz ging die Freiwillige Feuerwehr aus Herzhausen und Schmittlotheim vor.

In dem Badezimmer des Hauses wurden dann die drei Leichen gefunden. Es handelt sich nach Polizeiangaben um die 49 Jahre alte Mieterin, eine Frau aus Frankfurt (Oder), um eine 44-Jährige aus Schauenburg im Landkreis Kassel und um eine 23-Jährige Frau aus Potsdam.

Kohlenmonoxidvergiftung als Todesursache

„Das waren ganz normale Gäste“, sagte der Mitarbeiter des Camping-Platzes. Am Montag hatte er die drei Frauen in Empfang genommen und am Mittwoch als erster von dem tragischen Unglück erfahren. Die Frauen hätten angegeben, am Mittwoch abreisen zu wollen. Als sie sich jedoch nicht am Empfang meldeten, ging der Mitarbeiter zu dem von ihnen gemieteten Ferienhaus.

Die Ermittlungen zur Todesursache laufen. Die ermittelnden Beamten gehen von einer Kohlenmonoxidvergiftung als Todesursache aus. Entsprechende Abschiedsbriefe wurden gefunden.

Die Hintergründe des gemeinschaftlichen Suizides stehen noch nicht fest, könnten aber in psychischen Erkrankungen zu suchen sein.

So soll die 23-Jährige nach Informationen der Berliner Morgenpost vor ihrem Tod aus einer psychiatrischen Klinik in Potsdam geflohen sein. Eine diensthabende Ärztin meldete sie laut Polizei am 24. Januar als vermisst, nachdem sie von einem genehmigten Ausgang nicht zurückgekehrt war.

Die Polizei suchte daraufhin nach der Frau und überprüfte ihre privaten Kontakte. Auf diesem Wege erfuhren die Beamten, dass sich die Frau am 26. Januar bei einer Freundin außerhalb von Potsdam aufhielt.

Ab dem Zeitpunkt verliert sich offenbar ihre Spur. Am Donnerstagmorgen wurde die Brandenburger Polizei dann von den Kollegen aus Hessen informiert, dass die 23-Jährige gemeinsam mit zwei anderen Frauen tot auf einem Campingplatz gefunden wurde.

Ob die zuständige Staatsanwaltschaft in Marburg eine Obduktion der Leichen anordnet, steht noch nicht fest.