Flugzeugunglück

Zwei Tote bei Bruchlandung von Boeing 777 in San Francisco

Flugzeugunglück in San Francisco: Zwei Frauen starben, als eine Boeing 777 aus Seoul bei der Landung Feuer fing und auseinanderbrach. Mehr als 180 Passagier wurden verletzt.

Zwei junge Frauen aus China sind bei der Bruchlandung eines Passagierflugzeugs in San Francisco ums Leben gekommen. Alle anderen 305 Menschen an Bord überlebten nach US-Angaben das Unglück am Sonnabend.

Insgesamt seien 182 Menschen verletzt worden. Zuvor war von 181 Verletzten und einem Vermissten die Rede gewesen. 123 Menschen seien unverletzt ins Flughafengebäude gebracht worden, erklärte Dale Carnes von der Feuerwehr am Samstagabend (Ortszeit) nach Angaben des Fernsehsenders CNN.

Die beiden toten Frauen hatten chinesische Pässe, habe das südkoreanische Verkehrsministerium mitgeteilt. Bei dem Unglücksflieger handelt es sich um eine Boeing 777 der südkoreanischen Asiana Airlines, die aus Seoul kam.

Maschine bricht auseinander

Die Bilder von der Unglücksstelle waren erschreckend. Die Maschine lag mit aufgerissener und verbrannter Kabinendecke auf dem Rollfeld, das Heck des Flugzeugs war abgebrochen. Trümmerteile waren weit über die Landebahn 28L verstreut. Auf der linken Seite waren zwei Notrutschen zu sehen, über die sich die meisten Passagiere aus dem brennenden Wrack retten konnten.

Ein Manager, der nach eigenen Angaben an Bord des Flugzeugs war, berichtete via Twitter von dem Unglück. „Ich bin gerade in SFO bruchgelandet. Heck abgerissen. Den meisten scheint es gut zu gehen. Mir geht's gut. Surreal...“. Zu einem Foto der verunglückten Maschine schrieb David Eun: „Feuerwehrleute und Retter überall. Sie holen die Verletzten raus. Habe mich nicht so gefühlt seit 9/11.“ Das bezieht sich auf die Anschläge vom 11. September 2001.

Facebook-Managerin buchte um

Glück hatte die Facebook-Managerin Sheryl Sandberg. Die für das Tagesgeschäft zuständige 43-jährige buchte ihren Flug von Seoul nach San Francisco für sich und ihre Familie sowie andere Manager kurzfristig auf die Fluggesellschaft Delta um, damit sie Meilen für ein Familienticket nutzen konnte.

Die US-Transportsicherheitsbehörde NTSB begann unmittelbar mit der Ursachensuche. Die Vorsitzende Debbi Hersman wollte sich nicht dazu äußern, ob möglicherweise ein Pilotenfehler oder technisches Problem vorlag. Einen Terroranschlag schloss die Bundespolizei FBI aus.

Die Flugaufsichtsbehörde FAA stufte den Vorfall offiziell als Bruchlandung ein. Augenzeugen berichteten im Fernsehen, dass es bei dem Aufsetzen einen Knall oder eine Explosion am Fahrwerk gegeben habe. Weißer Rauch sei zu sehen gewesen, dann habe sich das Flugzeug mehrfach gedreht. Die Flughafenfeuerwehr löschte die Brände mit Schaum und Wasser.

Maschine setzte zu früh auf

Im Internet kursierende Fotos zeigten Menschen, die von dem Jumbojet wegrennen. Manche Beobachter sagten hinterher, das Flugzeug sei zu tief angeflogen, so dass das Fahrwerk gegen eine Mauer geprallt sei.

Über die Unglücksursache gibt es aber bislang nur Spekulationen. Dazu zählt auch ein Pilotenfehler. Fakt ist, dass die Maschine zu früh aufsetzte. Offensichtlich streifte dabei das Heck eine Abgrenzung zwischen dem Anfang der Landebahn und der Bucht von San Francisco. Auf Bildern sind zahlreiche Trümmerteile direkt ab der Grenze zwischen dem Wasser und der Landebahn zu erkennen. Es gab vor dem Unfall keinerlei Notsignale der Besatzung.

Airport für Stunden gesperrt

Der Flugverkehr auf dem internationalen Airport musste stundenlang unterbrochen werden. Ankommende Flüge wurden auf andere Ziele an der Westküste umgeleitet. Nach dem Nationalfeiertag am vergangenen Donnerstag und wegen der Schulferien gehört das Wochenende zu den geschäftigsten Reisetagen. US-Präsident Barack Obama dankte laut einer Mitteilung den Ersthelfern für ihr schnelles Eingreifen.

Asiana ist nach Korean Air die zweitgrößte Fluggesellschaft Südkoreas und Mitglied der Star Alliance, in der auch die Lufthansa ist. Sie fliegt besonders an der Westküste der USA viele Ziele an. Asiana operiert mit zwölf Boeing 777-200, die jeweils ungefähr 300 Passagiere aufnehmen können. Sowohl der Flugzeugtyp als auch die Airline gelten bei Luftfahrtexperten als sehr sicher.