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Richie Sambora ist sauer auf Jon Bon Jovis Ego-Trip

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Foto: Charles Sykes / AP

Der 53-jährige Richie Sambora ist derzeit mächtig angefressen wegen Kollege Jon Bon Jovi. Der sieht den Höhepunkt für die Band erreicht und möchte nicht noch mit 70 auf der Bühne stehen wie die Stones.

Der Gitarrist, der bei der aktuellen Tour von Bon Jovi aussetzen muss und damit wildeste Spekulationen über einen Alkoholrückfall zu erdulden hat, richtet seinen Unmut nun auf den Frontmann der Band. Dieser habe ihm nämlich indirekt die Sucht öffentlich unterstellt, indem er andeutete, Samboras Probleme seien altbekannt. Jetzt vermutet dieser sogar einen Ego-Trip seines Kumpels und fordert: "Hör auf, diesen Müll zu verbreiten."

Gegenüber „MailOnline“ wehrt sich Sambora und konstatiert: "Ich habe zurzeit keine großen Probleme im Leben. Ich liebe meine Fans und sie tun mir leid im Moment. Das ist alles."

Der Rock-Star, der mit Bon Jovi Anfang der 80er Jahre die überaus erfolgreiche Combo gründete, erklärt: "Meiner Meinung nach will Jon sehen, ob er die Stadien auch alleine füllen kann. Er macht es mir sehr schwer, überhaupt zurückzukommen."

Gitarrist Phil X nimmt Richie Samboras Platz bei der Tour ein

Für eine Aussöhnung der beiden Musiker gebe es derweil eine klare Bedingung. "Er muss aufhören, öffentlich über mich zu reden. Es geht mir gut, ich arbeite hart an meinem Fashion-Unternehmen Nikki Rich und das ist eine private Angelegenheit", so der Amerikaner.

Unglücklich ist Sambora zudem mit der Ersatzlösung bei Bon Jovi. Auf der aktuellen Tour „Because We Can“ nimmt Gitarrist Phil X seinen Platz ein, was der 53-Jährige kritisch sieht. Schließlich hätten die Fans "eine Menge Geld gezahlt, um Bon Jovi zu sehen", weiß er. "Im Moment bekommen sie aber nicht das ganze Paket."

Der Sänger der erfolgreichen Band vermutet, dass auch der Rest der Gruppe nicht mehr lange gemeinsam Musik machen wird. "Ich glaube, es wird auch für uns nicht mehr lange weitergehen", so der 51-Jährige im Interview mit „Spiegel Online“.

„Sie werden mich niemals rappen hören“

"Meinem Management gefällt das nicht, aber ich dachte mir neulich: Leute, wir sind jetzt da, wo Künstler wie Elton John oder Eric Clapton auch schon mal waren. Nicht, dass das nicht heute noch großartige Musiker sind, aber ich denke, wir haben unsere Reiseflughöhe erreicht. Könnte sein, dass wir nun in den Sinkflug übergehen. Nicht, dass ich nicht gerne noch mehr Geld verdienen würde, aber mit 70, wie die Stones, möchte ich diesen Job wirklich nicht mehr machen."

Dass sie nach so vielen Jahren in der Musikbranche noch immer Millionen Platten verkaufen und Stadien füllen, schreibt Bon Jovi der Beständigkeit seiner Band zu. "Wir sind wohl wirklich beständig, und wir sind uns treu - und damit auch unserem Publikum. Deswegen sind die Leute auch nicht enttäuscht von uns, deswegen sind unsere Songs ihre Songs, auf der ganzen Welt, und das nicht nur auf eine Generation beschränkt. Sie sind zeitlos."

So bleibt die Formel für erfolgreiche Songs und Alben auch immer dieselbe. "Bon Jovi handelt nicht von Freiräumen. Im Gegenteil: Es geht, wie gesagt, um Konsistenz. Wir haben den Grunge überlebt, wir haben den Hip-Hop überlebt, wir haben Drum'n'Bass überlebt. Warum? Weil wir nichts davon in unsere Musik gelassen haben. Ich habe nichts gegen Hip-Hop, aber Sie werden mich niemals rappen hören."

Das Berlin-Konzert der amerikanischen Rockband Bon Jovi am 18. Juni wurde derweil vom Olympiastadion in die deutlich kleinere Waldbühne verlegt. Der Ortswechsel habe logistische Gründe, teilte die Agentur der Gruppe mit. Fans könnten der Band um Frontmann Jon Bon Jovi so noch näher sein, hieß es.

( BM )