Bei Schwerin

39 Menschen bei Blitzeinschlag auf Vatertagsfest verletzt

Mehr als 500 Besucher feierten bei Schwerin den Himmelfahrtstag, als ein Gewitter aufzog. Dann schlug ein Blitz in Bäume, aber auch einen Stromkasten ein – und entfaltete so eine verheerende Wirkung.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Schocks und Brandverletzungen statt fröhlicher Feier: Bei einem Blitzeinschlag auf einem Festplatz in Mecklenburg-Vorpommern sind am Donnerstag 39 Menschen verletzt worden. Zahlreiche Besucher der Vatertagsparty bei Dabel im Landkreis Ludwigslust-Parchim erlitten Schocks oder Verbrennungen, sechs wurden schwer verletzt.

Der Blitz war kurz nach Mittag in eine Baumgruppe eingeschlagen. Auch ein Stromkasten in der Nähe wurde beschädigt. Ein Augenzeuge sagte dem Radiosender NDR 1 Radio MV, es habe einen lauten Knall gegeben, und die Menschen seien daraufhin „reihenweise umgefallen“.

Auf dem Gelände hielten sich zur Zeit des Einschlags mehr als 500 Besucher auf. Drei von sechs Schwerverletzten seien bis zum Nachmittag mit Rettungshelikoptern in umliegende Kliniken geflogen worden, so ein Polizeisprecher. 34 Menschen seien mit leichten Verletzungen in ein Schweriner Krankenhaus gebracht worden. Insgesamt waren die Hilfskräfte mit vier Hubschraubern, drei Rettungswagen, zwei Notarztwagen und zwei Feuerwehr-Einheiten zum Einsatz ausgerückt, um Verletzte zu versorgen.

Die Polizei hatte zunächst erklärt, dass der Blitz nach dem Einschlag in einen Baum vermutlich in einen danebenstehenden Stromkasten übergesprungen sei und seine Wirkung so vergrößert habe. Das bestätigte sich allerdings nicht. Ermittler konnten keine Unregelmäßigkeiten an dem Stromkasten feststellen. Zum Zeitpunkt des Einschlages zog ein schweres Gewitter über Teile Mecklenburg-Vorpommerns hinweg.

Durchschnittlich 20 bis 40 Gewitter pro Jahr gehen nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes durchschnittlich an jedem Wohnort in Deutschland nieder. Dabei werden immer wieder Menschen getroffen.

Am Freitagvormittag waren viele Verletzte wieder zu Hause. Allein in der Helios Klinik Schwerin wurden 33 Menschen behandelt, wie Sprecher Christian Becker am Freitag sagte. Am Freitagmorgen waren dort noch rund zehn Betroffene. Weitere Verletzte waren nach dem Unglück am Donnerstag auch in andere Krankenhäuser der Region gebracht worden.