Vatikan

Papst Franziskus will nicht in seinen Palast ziehen

Wieder einmal hat Papst Franziskus den Vatikan und die Gläubigen erstaunt. Er weigert sich, in seine päpstlichen Gemächer zu ziehen. Statt dessen wohnt er ganz bescheiden weiterhin im Gästehaus.

Foto: Alessandra Tarantino / AP/dpa

In einer weiteren Geste der Bescheidenheit hat Papst Franziskus beschlossen, vorerst nicht in seinen Palast zu ziehen. Der Papst werde „bis auf weiteres“ im Gästehaus St. Martha wohnen bleiben, in dem er zusammen mit den anderen Kardinälen zum Konklave untergekommen war, sagte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi am Dienstag. Es gefalle dem Papst, „inmitten der anderen Mitglieder der Geistlichkeit“ zu wohnen. Das Gästehaus umfasst 120 Zimmer.

Franziskus habe allerdings sein kleines Zimmer, das ihm für das Konklave zur Papstwahl zugewiesen worden war, gegen eine Drei-Raum-Suite getauscht, sagte Lombardi. Dort könne er auch im Rahmen seiner Tätigkeit Besucher empfangen. Die weitläufige päpstliche Wohnung im dritten Stock des Apostolischen Palastes nutzt Franziskus den Angaben zufolge nur, um für das Angelus-Gebet auf deren Balkon zu treten. Außerdem geht er im Papst-Palast zum Arbeiten in die Bibliothek.

Papst fährt im Kleinbus zum Gebet

Papst Franziskus hat seit seiner Wahl am 13. März mit mehreren Gesten seinen Hang zur Bescheidenheit demonstriert. So stieg er nach seiner Wahl nicht in die ihm zustehende Limousine, um zum Essen mit den Kardinälen zu fahren, sondern teilte sich mit anderen Kardinälen einen Kleinbus. Er ließ sich ohne Polizeieskorte durch Rom fahren und zahlte selbst die Rechnung eines kirchlichen Gästehauses, in dem er vor dem Konklave gewohnt hatte. Im Vergleich zu seinem eher stillen deutschen Vorgänger Joseph Ratzinger ist der Argentinier Jorge Mario Bergoglio gern in Gesellschaft.

Nach Informationen der argentinischen Tageszeitung „Clarin“ will Papst Franziskus im Dezember in seine Heimat Argentinien reisen. Wie das Blatt am Dienstag (Onlineausgabe) unter Berufung auf Kirchenkreise berichtet, wird das katholische Kirchenoberhaupt dabei auch Chile besuchen. Ob Franziskus auch ins argentinische Nachbarland Uruguay reist, sei dagegen noch unsicher. Ende Juli nimmt Papst Franziskus am Weltjugendtag in Rio de Janeiro teil.