Indien

Britin springt aus Angst vor Vergewaltigung aus dem Fenster

| Lesedauer: 2 Minuten

Foto: STRINGER / REUTERS

Nur vier Tage nach der Vergewaltigung einer Schweizerin ist es erneut zu einem Übergriff gekommen. Als der Hotelchef in das Zimmer einer Britin eindringen will, springt diese aus dem Fenster.

Auf der Flucht vor einem sexuellen Übergriff ist eine britische Touristin in Indien aus ihrem Hotelfenster gesprungen. Die Frau wurde nach Polizeiangaben am Dienstag mit Beinverletzungen ins Krankenhaus der Touristenstadt Agra eingeliefert, wo das berühmte Taj Mahal steht. Laut Polizei sprang die Touristin aus dem ersten Stock ihres Hotels, als zwei Männer mitten in der Nacht versuchten, in ihr Zimmer einzudringen.

Nach den Worten eines Polizeibeamten hatte die junge Frau das Angebot des Hotelbesitzers zurückgewiesen, sich von ihm massieren zu lassen. Später sei der Hotelchef in Begleitung eines weiteren Mannes zurückgekehrt und habe versucht, sich mit einem Schlüssel Zugang zu ihrem Zimmer zu verschaffen. Der Hotelchef sei festgenommen worden, gegen ihn werde wegen Belästigung ermittelt, sagte der Beamte.

Der Vorfall ereignete sich vier Tage nach der Gruppenvergewaltigung einer Schweizer Touristin im zentralen Bundesstaat Madhya Pradesh. Die Frau war in der Nacht zum Sonnabend vor den Augen ihres gefesselten Ehemannes von mehreren Männern missbraucht worden. Im Januar wurde eine südkoreanische Studentin betäubt und vergewaltigt. Täter war der Sohn des Besitzers des Hotels, in dem sie wohnte. Im Dezember hatte die Gruppenvergewaltigung einer 23-jährigen Studentin in Neu-Delhi Empörung und Proteste ausgelöst.

Auswärtiges Amt ergänzt Reisehinweise

Sexuelle Gewalt gegen Frauen ist in Indien ein großes Problem. Das Auswärtige Amt in Berlin ergänzte am Montag seine Reisehinweise: Der Rat, dass Reisende, insbesondere Frauen, sich in Indien „stets von Vorsicht leiten lassen“ sollten, wurde durch den Einschub „insbesondere vor dem Hintergrund zuletzt vermehrt berichteter sexueller Übergriffe“ erweitert.

Das US-Außenministerium fordert Touristinnen zur Beachtung „strenger Sicherheitsvorkehrungen“ auf. Sie sollten – vor allem nachts – nicht allein Taxi fahren. Das Schweizer Außenministerium warnt seit vergangenem Monat in einem Reisehinweis vor zunehmender sexueller Gewalt in Indien und rät Touristen, nur in großen Gruppen und mit örtlichen Fremdenführern zu reisen.

Ein Minister von Madhya Pradesh forderte gar, Ausländer müssten sich stets auf den örtlichen Polizeistationen melden und ihre Reisepläne bekannt geben – ein wenig realistischer Vorschlag, wenn man wie viele Urlauber zahlreiche Städte in wenigen Tagen besucht.

Es gebe keinen Grund zur Sorge, betonen dagegen die indischen Behörden. Ausländer würden überall auf der Welt Opfer von Kriminalität, und die Mehrheit der ausländischen Indien-Besucher erlebe keine Übergriffe.

( AFP/dpa/alu )

Neueste Panorama Videos

Neueste Panorama Videos