Vergewaltigte Inderin

Angeklagter Hauptverdächtiger erhängt in Zelle entdeckt

Foto: Divyakant Solanki / dpa

Der 34-Jährige, der den Bus gefahren hat, in dem eine Frau in Indien zu Tode vergewaltigt wurde, ist tot. Die Polizei spricht von Suizid, Anwalt und Familie glauben an Mord. Der Fall wird untersucht.

Ein Angeklagter im Fall der vergewaltigten indischen Studentin ist am Montag tot in seiner Gefängniszelle gefunden worden. Die Polizei sprach von Selbstmord. Der junge Mann habe sich mit seinen Kleidern erhängt. Doch Anwalt und Familie des Beschuldigten äußerten die Vermutung, er sei getötet worden. Das Innenministerium ordnete eine Untersuchung an, wie die Nachrichtenagentur PTI berichtete.

Der 34-jährige Ram Singh soll den Bus gefahren haben, in dem im Dezember eine 23 Jahre alte Studentin von sechs Männern brutal vergewaltigt worden war. Die junge Frau starb später an ihren schlimmen Verletzungen. Der Fall löste weltweit Entsetzen und in Indien Proteste aus.

Der Prozess gegen Singh und vier seiner Mitangeklagten war im Januar eröffnet worden. Ihnen drohte die Todesstrafe. Singhs Verteidiger erklärte jedoch, nichts habe darauf hingedeutet, dass sich sein Mandant das Leben nehmen könnte. „Es gab keinen mentalen Stress, er war sehr glücklich“, sagte Anwalt V.K. Anand.

Vater fürchtet um Sicherheit seines anderen angeklagten Sohnes

Auch der Vater des verstorbenen Angeklagten, Mangelal Singh, betonte, er habe seinen Sohn noch vor vier Tagen besucht und keine Zeichen der Verzweiflung gesehen. Sein Sohn habe eine verletzte Hand gehabt und sich deshalb gar nicht selbst aufhängen können. „Jemand hat ihn getötet“, sagte der Vater.

Allerdings berichtete der Vater auch, Sing sei im Gefängnis von anderen Häftlingen vergewaltigt und bedroht worden. Nun fürchte er um die Sicherheit seines anderen Sohns, der ebenfalls in dem Vergewaltigungsfall vor Gericht steht.

Das Verfahren gegen einen sechsten Angeklagten war von dem der übrigen fünf Verdächtigen abgetrennt worden, weil er noch minderjährig ist.

( BM/AP )