Russland

Gefängnisdirektor lässt sich von Häftling Urlaub bezahlen

Foto: Patrick Seeger / picture alliance / dpa

Ein russisches Gericht hat Nikolai Nesterenko zu drei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Er bevorzugte seine Gefangenen gegen Bares.

Weil er sich von einem Häftling sonnige Ägypten-Urlaube bezahlen ließ, ist ein Gefängnisdirektor in Russland zu einer Bewährungsstrafe von drei Jahren verurteilt worden. Nikolai Nesterenko habe sich der massiven Bestechung schuldig gemacht, teilte das zuständige Gericht in St. Petersburg am Montag mit.

Unter anderem habe er sich von einem Häftling zwei Ägypten-Urlaube bezahlen lassen. Im Gegenzug habe der Gefangene eine bessere Zelle bekommen und die Erlaubnis, ein Handy zu benutzen.

Das Gericht verhängte neben der Bewährungsstrafe eine Geldstrafe von 500.000 Rubel (12.300 Euro). Dass Nikolai Nesterenko mit Bewährung davon kam, lag laut Zeitungsberichten an einem umfassenden Geständnis.

Spektakuläre Flucht mit entführtem Helikopter

Korruption ist in russischen Haftanstalten keine Seltenheit. Im April vergangenen Jahres wurde ein stellvertretender Gefängnisdirektor vor Gericht gestellt, weil er gegen Schmiergeld die spektakuläre Flucht eines Häftlings per Hubschrauber ermöglichte.

Die Männer hätten den Helikopter eines privaten Unternehmens unter Androhung von Waffengewalt entführt und den Piloten gezwungen, zu einem Straflager im Zentrum des Landes zu fliegen. Dort hätten sie ein Seil herabgelassen, an dem sich der Häftling hochgezogen habe. Trotz Warnschüssen sei dem dreifachen Mörder die Flucht gelungen.

Den Angaben zufolge landete der Hubschrauber nahe der Regionalhauptstadt Wologda, und die Komplizen flohen. Den Hubschrauber mit dem gefesselten Piloten fand die Polizei rund 50 Kilometer vom Gefängnis entfernt. „Das war wie in Hollywood“, sagte ein Justizsprecher. Der Schwerverbrecher wurde kurze Zeit später nach einem Schusswechsel, bei dem er verletzt wurde, wieder gefangen genommen.

Gefängnisausbrüche mit Hubschraubern hatte es in den vergangenen Jahren etwa in Frankreich, Belgien und Griechenland gegeben.

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