Rechtsstreit

Tolkien-Erben klagen gegen „Hobbit“-Produzenten

Foto: James Fisher / dpa

Das Marketing der Produzenten für den neuen Hobbit-Kinofilm stößt auf Kritik bei den Tolkien-Erben. Sie fordern 80 Millionen Dollar.

Wenige Wochen vor dem Kinostart des zweiten Teils des „Hobbit“-Abenteuers haben die Tolkien-Erben die Produzenten von „Der Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“ verklagt. Die Familie des verstorbenen Autors J.R.R. Tolkien kritisiert die Vermarktungsmethoden des neusten Fantasyfilms. Die digitalen Marketingstrategien sowie der Einsatz von Online-Spielautomaten seien „moralisch fragwürdig“, hieß es in der am Dienstag in Los Angeles eingereichten Klageschrift.

Verstoß gegen Vertrag aus den 60ern

Die Kläger fordern eine Entschädigungssumme von 80 Millionen US-Dollar, umgerechnet rund 62 Millionen Euro. Wie das US-Branchenblatt „Hollywood Reporter“ am Dienstag berichtet, werfen die Kläger den Filmemachern vor, mit dem digitalen Merchandising gegen einen alten Vertrag aus den 1960er Jahren zu verstoßen. Danach hätten sie nur das Recht, Produkte wie Figuren, Kleidung und Papierwaren zu verkaufen, nicht aber digitale Waren, wie Online-Spiele und Klingeltöne.

Eine derartige Vermarktung schade dem Werk

Nach der Forderung der Tolkien-Erben sollen das zuständige Produktionsstudio Warner Bros. und andere Beteiligte den Verkauf dieser Artikel einstellen. Sie machen Vertragsbruch geltend und argumentieren zudem, dass eine derartige Vermarktung dem Ansehen von Tolkiens Werk schaden würde.

„Der kleine Hobbit“ des britischen Autors J.R.R.Tolkien (1892-1973) ist der Vorläufer der „Herr der Ringe“-Trilogie. Der neuseeländische Regisseur Peter Jackson hat die Fantasy-Geschichte in drei Teilen verfilmt. Die erste Folge, „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“, kommt Mitte Dezember in die Kinos. Es geht um den Hobbit Bilbo Beutlin, der einem kleinwüchsigen friedfertigen Völkchen angehört, das die Fantasiewelt Mittelerde bevölkert.

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