Fahndung

100.000 Euro für Hinweise auf Autobahn-Heckenschützen

Seit 2008 hat ein Unbekannter mehr als 700-mal auf Fahrzeuge auf Autobahnen geschossen. Jetzt erhöht das Bundeskriminalamt die Belohnung.

Foto: Thomas Lohnes / dapd

Zur Aufklärung der mysteriösen Serie von Schüssen auf Fahrzeuge auf Autobahnen setzt das Bundeskriminalamt (BKA) auf Hinweise aus der Bevölkerung. BKA-Präsident Jörg Ziercke kündigte am Dienstag in Wiesbaden an, dass für Informationen zur Ergreifung der Täter die Belohnung von bislang 27.000 auf 100.000 Euro erhöht werde. Bislang wurden seit 2008 mehr als 700 Fälle vor allem in Rheinland-Pfalz, Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen registriert. Wer hinter den Schüssen steckt, sei völlig unklar.

Beschossen wurden überwiegend Autotransporter mit Waffen des Kalibers 22. Die Projektile dringen meist in die Karosserien der darauf geladenen Fahrzeuge ein. Zugleich sind nach BKA-Angaben auch andere Fahrzeuge wie Koffersattelzüge, Lastwagen mit Kastenaufbauten, Baumaschinen und Baufahrzeuge in Baustellenbereichen und Wohnmobile getroffen worden.

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) sagte in Mainz, „der Täter zielt zwar in erster Linie auf die transportierten Fahrzeuge, aber er nimmt dabei erkennbar in Kauf, dass Menschen verletzt werden oder gar zu Tode kommen.“

Trotz bundesweiter Fahndung bislang keine heiße Spur

Trotz einer bundesweiten Fahndung, bei der ab Juli 2011 auch die Öffentlichkeit um Mithilfe gebeten wurde, gibt es den BKA-Angaben zufolge bis heute keine heiße Spur von den Tätern. Mitte Oktober 2012 wurde unter Federführung des Bundeskriminalamts eine „Besondere Aufbauorganisation Transporter“ gegründet.

Der Verein Automobillogistik im Deutschen Speditions- und Logistikverband (AML) setzt auf den neuen Vorstoß des BKA: „Wir halten den Grad der Bedrohung nicht nur für unsere Fahrer, sondern des gesamten Verkehrsraumes Autobahn, für nicht mehr akzeptabel.“ Auch wenn offensichtlich „nur“ auf die transportierten Autos gezielt werde, nehme dies kaum einer „unserer Fahrer noch auf die leichte Schulter. Für die angekündigten Schritte der Bundesbehörde wurde es höchste Zeit“, sagte Konrad Kurz, Vorsitzender des AML. dapd/alu