Fan-Grabstätte

Neunjähriger bekommt Grabstein mit BVB-Logo

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Ein Grabstein mit dem Emblem seines Lieblingsvereins war der letzte Wunsch des krebskranken Jens Pascal. Dieser wird nun erfüllt.

Der kleine Jens Pascal bekommt seinen BVB-Grabstein. Der Konflikt über das Fußball-Logo auf dem Grab des verstorbenen neunjährigen Jungen ist beigelegt. Im Gespräch hätten sich die Eltern und die Kirchengemeinde auf einen Kompromiss geeinigt, berichtete das Online-Portal „derwesten“. Danach soll der Stein nicht nur das BVB-Logo und den Slogan „Echte Liebe“ tragen, sondern auch eine eingravierte Taube als christliches Symbol.

Der ursprünglich oben auf der Stele vorgesehene Fußball soll nun daneben platziert werden. In zwei Wochen soll der Grabstein auf dem katholischen Friedhof in Dortmund stehen.

Der Stein des Anstoßes

Der an einem Hirntumor erkrankte Junge hatte sich kurz vor seinem Tod im Mai einen Grabstein mit dem Logo seines Lieblingsvereins Borussia Dortmund gewünscht. Den jetzt von den Eltern eingereichten Entwurf einer Stele mit dem Namen ihres Sohnes, seinem Geburts- und Sterbedatum, einem Fußball, dem BVB-Logo und der Inschrift „Echte Liebe“ hatte die Gemeinde jedoch abgelehnt. Die Gestaltung lasse keinen christlichen Bezug erkennen und sei „in dieser Form dem Ort eines katholischen Friedhofs nicht angemessen“.

Nach Medienberichten und zahlreichen Protestbekundungen hatte der Kirchenvorstand der Gemeinde Mariä-Heimsuchung in Dortmund-Bodelschwingh schließlich am Dienstagmorgen Gesprächsbereitschaft signalisiert: „Es ist keinesfalls unsere Absicht, dem letzten Wunsch des jungen Fußballfans im Wege zu stehen.“

In einer Facebook-Gruppe hatten zuvor Zehntausende ihren Unmut über den Kirchenvorstand bekundet. Meistertrainer Jürgen Klopp hatte den Neunjährigen vor seinem Tod mit einigen Spielern in der Kinderklinik besucht.

Grundlegende Veränderungen in der Bestattungskultur

Der Streit um das Grab des jungen BVB-Fans offenbart einen grundlegenden Wandel der Bestattungskultur. Christoph Keldenich, Geschäftsführer der Verbraucherinitiative „Aeternitas“, verweist auf den Trend, dass in den Grabstein „die Individualität des Verstorbenen in Stein gemeißelt werden soll“. So habe es im vorigen Jahr einen Rechtsstreit um den Grabstein für einen Musiker mit einer Gitarre gegeben. Für die Beamten in der Friedhofsverwaltung ist es nicht schwer, bei ihren Genehmigungen auf die Einhaltung der vom Stadtrat beschlossenen Höhenmaße für die Grabsteine zu achten. Schwieriger wird es für sie, den Entwurf für eine Stele daraufhin zu bewerten, ob er der „Würde des Ortes“ entspricht.

Nach Einschätzung Keldenichs stehen Friedhofsverwalter einer individuellen und ausgefallenen Grabgestaltung eher mit Skepsis gegenüber. Oft sei für sie Maßstab, was vor 20 Jahren üblich gewesen sei. Was viele Bürger nicht akzeptieren. Zunehmend würden die Entscheidungen der Träger gerichtlich angefochten. Die in Stein gehauene Gitarre ziert inzwischen das Grab des Musikers.

( dpa/pas )

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