Weltrekordversuch

Baumgartners Schallmauer-Sprung im Livestream

| Lesedauer: 3 Minuten

Felix Baumgartner ist erfolgreich aus der Kapsel in der Stratosphäre gesprungen. Die Zusammenfassung seines Rekords.

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Am Sonntag ist der 43-jährige Felix Baumgartner um 8.45 Uhr Ortszeit (16.45 Uhr MESZ) im US-Staat New Mexico in eine Spezialkapsel eingestiegen, die ihn mittels eines Heliumballons rund 39 Kilometer hoch - und damit höher als geplant - in die Stratosphäre getragen hat. Nun stürzte er mit einem Fallschirm in die Tiefe und landete gunversehrt am Boden. Noch nie hat ein Mensch im freien Fall die Schallmauerdurchbrochen.

Das Ziel des Österreichers war, einen Rekord von 1960 zu knacken: Damals sprang der US-Amerikaner Joe Kittinger aus 31 Kilometern in die Tiefe.

Kittinger ist mittlerweile 84 Jahre alt und gehört zu Baumgartners Team. Auch sein Sprung habe sich damals wegen des Wetters verzögert. „Ich war bereit, loszulegen, und musste warten“, erinnerte sich Kittinger dieser Tage in Roswell, wo Baumgartner sein waghalsiges Unternehmen vergangene Woche aufgrund zu starken Winds bereits mehrfach verschieben musste.

Der alte Veteran Kittinger konnte sich gut in die Gemütslage des Teamkapitäns hineinversetzen. „Das ist frustrierend. Aber da muss man durch“, sagte er.

Mehr als 1100 Stundenkilometer

Der ehemalige Jetpilot der US-Streitkräfte hatte bei seinem Rekordsprung eine Geschwindigkeit von 988 Stundenkilometern erreicht. Damals hatte Kittinger ein Problem mit einem Schutzhandschuh, sodass seine Hand während des Falls stark anschwoll.

Baumgartner hat nun im freien Fall mit mehr als 1100 Kilometern pro Stunde die Schallmauer durchbrochen. Besonders ärgerlich ist für den „furchtlosen Felix“, wie er in der Szene genannt wird, dass beim abgebrochenen Rekordversuch am Dienstag der Heliumballon beschädigt wurde. Nun steht nur noch ein Ersatzballon zur Verfügung.

Art Thompson, technischer Direktor in Baumgartners Team, bezifferte den Preis für einen solchen Ballon auf mehrere Hunderttausend Dollar, allein das Helium koste pro Versuch 60.000 bis 70.000 Dollar (zwischen 46.000 bis 54.000 Euro).

Gefährlicher Wind

Das Unternehmen war riskant: Vor allem starke Winde hätten Baumgartner gefährlich werden können. Das sagte Rupert Gerzer, Professor am Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin. Baumgartner begann seinen Sprung in der Stratosphäre. Dort wehen Jetstreams, die Geschwindigkeiten von mehreren hundert Stundenkilometern erreichen können.

„Er wird aber nur dann aus seiner Kapsel starten, wenn es nicht riskant ist“, hatte Gerzer zuvor gesagt. Wenn der Sportler die Schallmauer durchbreche, könnten ihn ungünstige Winde drehen – und so entweder zu viel oder zu wenig Blut ins Hirn strömen. In der Tat geriet Baumgartner zeitweise ins Trudeln, fing sich dann aber wieder.

Gerzer hatte prophezeit, Baumgartner sei so erfahren, dass es ein schöner Absprung werde, und er sich am Ende über seine Rekorde freuen könne. Am Ende war es dann auch so.

( dpa/dapd/mim )

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