Großbrand

Feuerwehr kämpft in Krefeld gegen Schwelbrände

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Auch am Mittwoch dauern die Löscharbeiten in Krefeld an. Noch immer steigt Rauch auf, die Lagerhalle ist einsturzgefährdet.

Nach dem Großbrand in einem Krefelder Düngemittel-Lager dauern die Löscharbeiten an. „Wahrscheinlich werden wir noch mehrere Tage im Einsatz sein“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Mittwochmorgen.

Er sprach von anhaltend starker Rauchentwicklung durch Schwelbrände in zahlreichen Brandnestern. Ein Sprecher der Polizei teilte mit, dass Rheinbrücke und Rhein für den Verkehr noch mindestens bis zum späten Mittwochnachmittag gesperrt bleiben sollen. Dazu seien etwa 30 Beamte im Einsatz.

Der Großbrand, bei dem in der 180 mal 250 Meter großen Halle insgesamt 33.000 Tonnen Rohstoffe und Fertigprodukte in Brand geraten war, hatte am Dienstag in Teilen Nordrhein-Westfalens für Alarm gesorgt.

Angesichts der Rauchwolke, die auch über angrenzende Städte zog, sollten Schüler und Kindergartenkinder die Gebäude zunächst nicht verlassen. Messungen hatten aber keine gesundheitsgefährdenden Werte in der Luft ergeben. Vier Menschen wurden durch das Feuer leicht verletzt, darunter zwei Feuerwehrleute.

Die Arbeiter im Krefelder Hafen und die Bürger im Süden von Duisburg und rund um Krefeld-Uerdingen werden den Brandgeruch auch in den nächsten Tagen nicht los. Noch immer steige Rauch auf und es rieche unangenehm über den Stadtteilen, sagte der Feuerwehrsprecher. Erst wenn kein Rauch mehr aufsteige, werde sich der Geruch verflüchtigen. Daher empfahl ein Polizeisprecher, weiterhin auf das Lüften der Wohnung zu verzichten.

Einsturzgefahr behindert Löscharbeiten massiv

Insgesamt waren bei dem nächtlichen Großeinsatz Hunderte Feuerwehrleute aus Krefeld und Umgebung auf den Beinen. Am Mittwochmorgen seien es noch etwa 60 Einsatzkräfte gewesen. Im Laufe des Tages werde die Zahl voraussichtlich nochmals erhöht, sagte der Feuerwehrsprecher.

„Die Halle ist an einigen Stellen stark einsturzgefährdet. Das erschwert die Löscharbeiten massiv, weil wir uns erst mit schwerem Gerät den Weg zu den Brandnestern bahnen müssen“, erklärte er.

Das Feuer war aus unbekannter Ursache am Dienstagmorgen in einer Lagerhalle im Rheinhafen ausgebrochen. Nach Angaben des Unternehmens waren dort etwa 20.000 Tonnen Dünger und 13.000 Tonnen Rohstoffe gelagert.

Angeblich keine überhöhten Schadstoffwerte in der Luft

Trotz der bedrohlich wirkenden Rauchwolke bestand für die Bevölkerung angeblich keine Gefahr. Bei Messungen auf dem Betriebsgelände sowie in den angrenzenden Städten seien keine überhöhten Schadstoffwerte festgestellt worden, sagte ein Krefelder Stadtsprecher. Unter anderem sei die Luft auf Chlor, Salzsäure, Phosgen und Stickstoffverbindungen untersucht worden. Die Messungen würden auch am Mittwoch fortgeführt, sagte der Feuerwehrsprecher.

Auch der Betreiber des brennenden Lagers schätzte die Gefahr für die Bevölkerung als gering ein. Es entstünden zwar beim Verbrennen der Düngemittel „gewisse Dämpfe“, sagte der Geschäftsführer des in Münster ansässigen Unternehmens Compo, Jens Averdiek. Die brennenden Materialien seien aber „allesamt keine Gefahrgutstoffe“.

Flugbetrieb ohne Einschränkungen

Auf der Spurensuche nach der Ursache des Großbrands befragte die Polizei Zeugen. Nach Angaben der Ermittler gibt es keine Hinweise auf vorsätzliche Brandstiftung oder Fahrlässigkeit. Der Brandort könne erst untersucht werden, wenn das Feuer komplett gelöscht sei, sagte der Polizeisprecher.

Am Flughafen Düsseldorf laufe der Flugbetrieb wieder gänzlich ohne Einschränkungen, sagte der Sprecher der Deutschen Flugsicherung in Nordrhein-Westfalen, Michael Fuhrmann. Bereits am Dienstag konnten zwar alle Flüge rechtzeitig starten und landen. Mehrere Dutzend Maschinen mit Kurs auf Skandinavien und Norddeutschland mussten ihre Flugroute jedoch leicht ändern, um der Rauchwolke zu entgehen. Diese Routenänderung sei am heutigen Mittwoch vermutlich nicht mehr erforderlich.

( dapd/dpa/bee )

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