Bundeswehr

Nach Vergewaltigung in Kaserne - Polizei findet DNA-Spuren

Eine junge Soldatin war in ihrer Kaserne vergewaltigt und in einen Spind gesperrt worden. Jetzt gibt es einen ersten Ermittlungserfolg.

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Nach der Vergewaltigung einer Soldatin in einer Bückeburger Kaserne sind die Ermittler bei der Aufklärung des Verbrechens einen großen Schritt voran gekommen. Spezialisten des Landeskriminalamtes konnten am Tatort DNA-Spuren sicherstellen, die vermutlich vom Täter stammen, teilte die Staatsanwaltschaft Bückeburg am Freitag mit. Nun soll es eine DNA-Reihenuntersuchung geben, deren Umfang noch offen ist. Die Soldatin war am 12. August in dem gesicherten Bundeswehrgebäude von einem Unbekannten vergewaltigt und anschließend gefesselt und geknebelt in einen Spind gesperrt worden.

„Die DNA befindet sich an einem Gegenstand, den der Täter benutzt hat“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Bückeburg, Andre Lüth. Um welchen Gegenstand es sich handelt, wollte er aus ermittlungstaktischen Gründen aber nicht sagen. Die Spur stamme jedoch eindeutig von einem einzelnen Mann.

Wie viele Männer jetzt zu der DNA-Reihenuntersuchung antreten sollen, ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft noch offen. „Es können einige Dutzend sein, aber auch mehrere Hundert“, sagte der Sprecher der ermittelnden Behörde. Dies hänge auch ab vom Ergebnis einer Rekonstruktion des Tathergangs, die derzeit läuft. Damit befassen sich Experten des Landeskriminalamtes. Obwohl Polizei und Staatsanwaltschaft schon mehrere Dutzend Zeugen vernommen haben, gebe es noch keinen Anfangsverdacht gegen eine bestimmte Person, sagte der Staatsanwalt.

Der vergewaltigten Soldatin gehe es den Umständen entsprechend gut. Die junge Frau halte sich nicht mehr im Krankenhaus, sondern bei ihrer Familie auf. Kurz nach der Tat war ein Zivilangestellter vorläufig festgenommen worden, er wurde aber bald danach wieder freigelassen, weil er nach Angaben der Staatsanwaltschaft als Täter nicht in Frage kam.

In der Bückeburger Kaserne sind nach Bundeswehrangaben gut 100 Soldaten ständig stationiert. Dazu kommen 200 bis 300 Lehrgangsteilnehmer. Die Kaserne gehört zur Heeresfliegerwaffenschule Bückeburg. Fremde haben es schwer, auf das gesicherte Gelände der Kaserne zu gelangen.