Alpen-Blutbad

Mysteriöser Vierfachmord - Haus der Opfer durchsucht

Französische Ermittler sind nach Großbritannien gereist. Um die Mädchen, die das Blutbad überlebten, kümmern sich inzwischen Verwandte.

Nach dem mysteriösen Mord an einem irakisch-stämmigen Ehepaar aus Großbritannien und zwei weiteren Menschen hat die Polizei am Sonnabend das Haus der Familie im Örtchen Claygate durchsucht. Für die Ermittlungen seien auch insgesamt vier Polizisten aus Frankreich nach Großbritannien gereist, teilte die französische Staatsanwaltschaft mit.

Die französischen Ermittler wollen dort auch den Bruder des getöteten Familienvaters Saad al-Hilli befragen. Die Franzosen stimmten sich dazu mit ihren britischen Kollegen ab, sagte Staatsanwalt Eric Maillaud dem Fernsehsender i-Tele. Der Bruder werde „wie alle anderen, die die Opfer kannten“, befragt. Der Bruder war zuvor bereits von selbst bei der britischen Polizei erschienen, um Informationen zu dem Mord zu bekommen. Zudem bestritt er Geldstreitigkeiten mit seinem Bruder.

Unterdessen sind in Frankreich zwei Mitglieder der Familie eingetroffen, um sich um die beiden überlebenden Mädchen des Mordfalles zu kümmern, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft weiter mitteilte. Sie würden von britischen Sozialarbeitern begleitet.

Hilfe auch von Italien und der Schweiz erhofft

Der 50 Jahre alte britischer Computer-Ingenieur mit Wurzeln im Irak, seine Ehefrau und eine ältere irakisch-stämmige Frau mit schwedischem Pass waren am Mittwoch bei Annecy in den französischen Alpen in ihrem Auto erschossen worden. Ein französischer Radfahrer, der möglicherweise zufällig am Tatort war, erlitt ebenfalls tödliche Schussverletzungen.

Die beiden Töchter des getöteten Ehepaares überlebten. Die Siebenjährige mit Schuss- und Schlagverletzungen wurde in ein künstliches Koma versetzt, ist aber außer Lebensgefahr. Ein vierjähriges Mädchen überlebte das Massaker wie durch ein Wunder unverletzt, nachdem sie sich im Fußraum des Autos unter den Beinen ihrer toten Mutter Schutz gesucht hatte.

Bei der Suche nach dem oder den Tätern des kaltblütigen Mordes sollen nun auch die Nachbarländer Frankreichs helfen. „Alle Nachbarländer wurden mobilisiert“, sagte Maillaud, wobei er insbesondere Italien und die Schweiz hervorhob. Dabei gehe es vor allem um Wachsamkeit hinsichtlich einer möglichen Flucht der Täter.

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