Kinofilm

Musiker Jan Delay ist neuerdings Rabenvater

Im Kinderfilm „Der kleine Rabe Socke” spricht Jan Delay die Hauptfigur. Auch Katharina und Anna Thalbach haben ihre Stimmen geliehen.

Foto: DPA

Er ist frech, er ist vorlaut, und er sagt nicht immer ganz die Wahrheit. Trotzdem – oder wahrscheinlich gerade deshalb – lieben seine Fans den kleinen Raben Socke. „Ich glaube, Kinder finden nichts langweiliger, als so eine Figur, die immer alles richtig macht, die ihr Nachtzeug morgens nach dem Aufstehen schön ordentlich zusammenlegt und die Bettdecke lüftet und niemals klaut und immer die Hausaufgaben macht“, erklärt Jan Delay, der dem kleinen Raben in dessen ersten Kinoabenteuer seine charakteristische Stimme leiht. Auch der Musiker hat die Figur aus der Buchreihe sofort in sein Herz geschlossen. „Ich finde es toll, dass er eigentlich ein Antiheld ist“, sagt er. „Dass er Mist baut und Unsinn redet und immer nur auf seinen Vorteil bedacht ist. Aber dass er trotzdem so ein lieber Kerl ist und so ein großes Herz hat, dass man ihm nie lang böse sein kann. Dass er am Ende immer alles wieder hinkriegt und dann doch der Held ist.“ Genauso sieht das auch Katharina Thalbach, die im Film die mütterliche Frau Dachs spricht. „Man liebt eben die bösen Figuren, das ist auch bei Erwachsenen so“, sagt die Schauspielerin und ist fast ein bisschen neidisch auf ihren Kollegen: „Es war eine sehr ungewöhnliche Rolle für mich. Ich war bisher selten so durchgängig so lieb.“ Ebenso wie für ihre Tochter Anna Thalbach, die dem kleinen Dachs ihre Stimme leiht, gab es für die Berlinerin einen ganz bestimmten Grund, bei dem Zeichentrickfilm unbedingt dabei sein zu wollen: „In diesem Fall war es eindeutig Jan Delay. Es war mir eine Ehre, mit ihm an einem Projekt mitzuwirken.“

In seinem ersten Film, der am Donnerstag in den Kinos startet, muss der kleine Rabe die Biber um Hilfe bitten, nachdem er beim Spielen versehentlich den Staudamm kaputt gemacht hat. Dabei verstrickt er sich in allerlei Notlügen, bis er schließlich feststellt, dass Ehrlichkeit doch am längsten währt. „Es ist ja auch eine kleine Moral dahinter, dass Frechheit sich nicht immer auszahlt“, sagt Katharina Thalbach. Trotzdem denkt sie, dass die Kinder die Botschaft des Films mit einem Augenzwinkern aufnehmen werden. „Ich glaube, sie lieben ihn am meisten, wenn er kess ist“, sagt die 58-Jährige. Und Jan Delay ist der Meinung, dass die kleinen Zuschauer ohnehin meist ohne eine Lehre in Filmen auskommen. „Es ist zwar gut und cool, wenn sie eine Botschaft transportieren, aber je beiläufiger und subtiler die ist, umso besser.“

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