Flughafen Köln/Bonn

Qualm im Flieger – Passagiere mit Rauchgasvergiftung

Schrecksekunden auf Türkei-Flug:In einem Flugzeug kam es am Dienstag zu einer Rauchentwicklung. Elf Menschen erlitten Verletzungen.

Foto: DPA

Alarm auf dem Flughafen Köln-Bonn: Beim Aufsetzen einer Boeing 737 breitet sich in der Kabine starker Rauch aus. Die Passagiere reagieren entsetzt. Von „Panik“ will der Sprecher der Fluggesellschaft XL Airways später zwar nicht reden, aber „übernervös“ hätten die Leute schon reagiert. Viele von ihnen seien aber auch noch nicht so flugerfahren gewesen. Wobei: Ob sich ein Vielflieger in einer solchen Situation wesentlich cooler verhält?

Am Ende kommen elf Passagiere mit Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus. Woran es gelegen hat und wie gefährlich die Situation wirklich war – das alles wird noch untersucht.

Das Flugzeug war um 11 Uhr in Hannover gestartet. Flugnummer GXL 110. Auf der Maschine steht der Schriftzug „Öger Türk“ – das ist der türkische Reiseveranstalter, mit dem XL Airways kooperiert. Ziel des Fluges ist das türkische Gaziantep, dort sollen die Reisenden gegen 15 Uhr ankommen. Zwischendurch ist eine Zwischenlandung auf dem Flughafen Köln-Bonn vorgesehen, um die Besatzung zu wechseln. Die 186 Passagiere sind überwiegend türkisch.

11.39 Uhr, Landung in Köln. Die Maschine setzt auf, „Touchdown“ heißt das in der Pilotensprache. Es ist einer der kritischsten Momente eines jeden Fluges. Und da passiert es: Rauch. Es qualmt im Passagierraum, und zwar mächtig. Der Pilot im Cockpit bekommt sofort ein Signal. Er fährt die Maschine noch zu ihrer Parkposition. Sobald das Flugzeug dann zum Stillstand gekommen ist, öffnet er die Türen. Die Passagiere verlassen die Maschine normal über die Treppen. Sanitäter kümmern sich um sie. Elf Fluggäste müssen mit Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus. Die Feuerwehr stuft fünf von ihnen als mittelschwer verletzt ein und sechs als leicht verletzt. Den sechs Besatzungsmitgliedern passiert nichts.

Die Flughafenfeuerwehr fordert sofort Verstärkung von der Kölner Feuerwehr an, die zu einem Großeinsatz ausrückt. Aber es muss nichts gelöscht werden: Nach Angaben von XL Airways hört es von selbst auf zu qualmen, und der Rauch verflüchtigt sich. Schaumteppich oder dergleichen ist nicht nötig. Ein Flughafensprecher versichert: „Alle Passagiere werden betreut.“ Die Fluggesellschaft teilt mit: „Die Passagiere sollen voraussichtlich schon heute Abend mit einer Ersatzmaschine in die Türkei fliegen können.“ Woran's gelegen hat, wisse man noch nicht. So etwas sei bei XL bisher noch nie vorgekommen.