Mondlandung

Was Neil Armstrong auf dem Mond wirklich gesagt hat

Das Zitat ist legendär: „Ein kleiner Schritt für den Menschen, ein riesiger Sprung für die Menschheit”. Aber es stimmt so nicht.

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Praktisch jeder kennt das Zitat, das Neil Armstrong bei seiner Mondlandung im Juli 1969 gesagt hat: „Ein kleiner Schritt für den Menschen, aber ein riesiger Sprung für die Menschheit.” (engl. “That’s one small step for man, one giant leap for mankind.”) Nur: Das hat Armstrong angeblich nie gesagt. Bei der Funkübertragung soll ein Wort verloren gegangen sein.

Unmittelbar nach der Rückkehr auf die Erde sagte Armstrong, er sei falsch verstanden worden. Er habe „für einen“ Menschen gesagt. Das kurze englische Wörtchen „a“ sei bei der Übertragung auf die Erde verloren gegangen. Ohne das „a“ würde der Satz im Englischen „für den“ Menschen, also für die ganze Menschheit, bedeuten.

Auch Armstrong selbst gestand in einem Interview im Jahr 1999 ein, dass er das „a“ in der Übertragung nicht mehr hören konnte. „Ich wollte 'a' sagen. Ich dachte, ich hatte es gesagt. Ich kann es nicht hören, wenn ich mir die Funkübertragung hier auf der Erde anhöre. Ich bin zufrieden, wenn Sie es einfach in Klammern setzen.“

Auch wenn niemand das kurze Wort gehört hatte, gab ein Wissenschaftler Armstrong schließlich recht. Der australische Computerprogrammierer Peter Shann Ford ließ 2006 eine Software über das Zitat laufen, das Schallwellen untersucht und ebendort eine Erhöhung registrierte, wo das verlorene „a“ sein sollte. Es dauerte 35 Millisekunden – viel zu kurz, um vom menschlichen Ohr gehört zu werden. Der Raumfahrtkurator des renommierten Smithsonian Institute, Roger Launiuis, prüfte die Beweise des Australiers und fand sie überzeugend.

Auch die Nasa stand zu ihrem ersten Mann auf dem Mond. „Wenn Neil Armstrong sagt, da war ein 'a', dann war da – was uns betrifft - auch ein 'a'“, sagte Nasa-Sprecher Michael Cabbage kurz vor dem 40. Jahrestag des Apollo-11-Fluges.

Berühmtheit erlangten die Worte Armstrongs auf dem Mond allemal. Doch Armstrong selbst hat nach eigenen Angaben nicht lange darüber gegrübelt. „Ich dachte darüber nach der Landung nach“, sagte er in einem Zeitzeugenbericht der Nasa im Jahr 2011. „Und weil wir viele andere Dinge zu tun hatten, war es nichts, worauf ich mich besonders konzentrierte, sondern etwas, dass im Unterbewusstsein herumschwirrte. Aber es war im Grunde eine ziemlich einfache Aussage“, sagte er. „Es war nicht sonderlich komplex. Es war, was es war.“