Nachruf

Der erste Mann im Mond ist tot – Armstrong stirbt mit 82

Ein kleiner Schritt für ihn, ein großer für die Menschheit: Der Astronaut betrat als erster Mensch den Mond. Er starb nach einer Operation.

Der erste Mensch, der auf dem Mond war, ist tot: Der Astronaut Neil Armstrong ist im Alter von 82 Jahren an den Folgen eines Herzeingriffs gestorben. Das teilte seine Familie mit. Armstrong hatte sich am 7. August, zwei Tage nach seinem Geburtstag, einer Bypass-Operation unterzogen.

Politiker und Forscher zeigten sich tief bewegt vom Tod des Astronauten, der am 21. Juli 1969 als erster Mensch einen anderen Himmelskörper betreten hatte. Dabei sprach er die unvergessenen Worte, dass dies ein kleiner Schritt für ihn als Menschen sei, aber ein gewaltiger Sprung für die Menschheit. Schätzungsweise 600 Millionen Menschen – damals ein Fünftel der Weltbevölkerung - verfolgten in der Nacht vom 20. auf den 21. Juli 1969 deutscher Zeit an Radio- und Fernsehgeräten die Mondlandung.

US-Präsident Barack Obama teilte in einer Erklärung mit: „Neil war einer der größten amerikanischen Helden – nicht nur zu seiner Zeit, sondern für alle Zeiten“. „Als er und seine Crew 1969 mit der Apollo 11 gestartet sind, nahmen sie die Sehnsucht einer ganzen Nation mit.“

„Auf einer Stufe mit Christopher Kolumbus”

Auch die Bundesregierung äußerte in einer Mitteilung ihre Trauer „mit dem ganzen amerikanischen Volk um diesen Raumfahrtpionier, der in der Entdeckergeschichte der Menschheit auf einer Stufe mit Christopher Kolumbus steht“. Der Astronaut und Physiker Ulf Merbold, der 1983 nach Sigmund Jähn als zweiter Deutscher ins All geflogen war, sagte: „Er war einer der ganz Großen der Menschheitsgeschichte.“ Armstrong stehe auf einer Stufe mit Entdeckern wie Kolumbus oder Marco Polo. „Ich verliere auch einen guten Freund.“

Die Nasa zeigte sich betroffen über den Verlust „eines Freundes, Kollegen und wahren amerikanischen Helden“. Nasa-Chef Charles Bolden versicherte, der Astronaut werde für immer in den Geschichtsbüchern zu finden sein. Auch der designierte Präsidentschaftskandidat der Republikaner, Mitt Romney, erklärte während einer Wahlkampftour, Armstrong sei „ein wahrer Held“.

Auch die Jazz-Pianistin und -sängerin würdigte Armstrong - auf ihre Weise. Bei einem Konzert in Los Angeles spielte sie in Erinnerung an ihn das Lied „Fly Me to the Moon“. Sie habe das Glück gehabt, einmal ein Glas Wein mit dem ersten Menschen auf dem Mond trinken zu können, sagte Krall. Armstrong sei aber vermutlich froh, diesen Pop-Standard nicht noch einmal hören zu müssen, sagte sie.

Spaziergang auf dem Mond

Armstrong leitete die Mondlandungsmission von „Apollo 11“ und steuerte auch die kleine Mondlandefähre „Eagle“. Viele Millionen Menschen in allen Erdteilen saßen 1969 vor dem Fernseher und verfolgten, wie der damals 38-Jährige nahezu 400.000 Kilometer von der Erde entfernt seinen linken Fuß in die wüstenähnliche Landschaft des Mondes setzte. Zusammen mit Astronaut Edwin „Buzz“ Aldrin spazierte Armstrong drei Stunden lang auf dem Mond.

Auch Aldrin (82), der zweite Mann auf dem Mond, zeigte sich „tief betroffen“ von Armstrongs Tod: „Ich weiß, dass Millionen von Menschen auf der ganzen Welt mit mir um diesen wahren amerikanischen Helden trauern, den besten Piloten, den ich kannte.“

Der bislang letzte Mensch auf dem Mond, der frühere Nasa-Astronaut Harrison Schmitt, sagte dem britischen Sender BBC: „Ich behalte ihn in Erinnerung als jemanden, der immer ein Profi war – sehr reif, aber auch sehr warmherzig.“ Insgesamt haben zwölf US-Astronauten in den Jahren 1969 bis 1972 den Erd-Trabanten betreten.

„Generationen von Amerikanern inspiriert”

Der amerikanische Verteidigungsminister Leon Panetta honorierte Armstrong als Pionier. Er habe „Generationen von Amerikanern inspiriert, daran zu glauben, dass wir als Nation durch Entschlossenheit, Ausdauer und harte Arbeit Großes erreichen können“.

Armstrongs Familie in Cincinatti, im Bundesstaat Ohio, hatte in ihrer Mitteilung eine schöne Empfehlung formuliert: „Ehren Sie seinen beispielhaften Dienst, seine Leistung und Bescheidenheit, und wenn Sie das nächste Mal in einer klaren Nacht nach draußen gehen und der Mond zu Ihnen runter lacht, denken Sie an Neil Armstrong und zwinkern Sie ihm zu.“

Neil Alden Armstrong wurde am 5. August 1930 in Wapakoneta (Ohio) geboren. Seinen ersten Flug erlebte er im damals ungewöhnlich jungen Alter von sechs Jahren. Den Pilotenschein hatte Armstrong mit 16 Jahren in der Tasche – früher als den Führerschein.

Armstrong diente im Korea-Krieg als Kampfflieger und arbeitete später als Testpilot. Erst beim dritten Anlauf wurde er im September 1962 der Öffentlichkeit als künftiger Raumfahrer der Nasa vorgestellt. Seinen ersten Raumflug absolvierte Armstrong am 12. März 1966 als Kommandant der US-Raumfähre „Gemini 9“.

Drei Jahre später ging ein Traum in Erfüllung. Er landete auf dem Mond. Gemeinsam mit Astronaut Aldrin sammelte er Mondgestein und machte historische Aufnahmen. Nach dem Ausscheiden aus der Nasa lehrte Armstrong von 1971 bis 1979 als Professor für Luft- und Raumfahrttechnik an der Universität von Cincinnati (Ohio).