Saarbrücken

40 Ermittler sollen Ursache für Brandkatastrophe finden

Wie konnte es zu dem Wohnungsbrand kommen, bei dem in Saarbrücken vier kleine Kinder starben? 40 Experten ermitteln am Sonnabend weiter.

Nach dem Tod von vier Kindern bei einem Wohnungsbrand in Saarbrücken geht die Suche nach der Ursache weiter. Die Ermittler rechneten allerdings nicht damit, dass am Wochenende schon Ergebnisse eingingen, sagte Polizeisprecher Stephan Laßotta am Freitagabend. Nach seiner Einschätzung wird es auch ein paar Tage dauern, bis das Ergebnis der Obduktion vorliegt. Die vier Kinder waren noch am Freitag in der Gerichtsmedizin untersucht worden.

Eine fast 40-köpfige Ermittlungsgruppe der Polizei suchte auch am Sonnabend nach der Brandursache. „Die Wohnung ist komplett ausgebrannt, deswegen ist die Suche schwierig“, sagte Polizeisprecher Stephan Laßotta am Sonnabend. Es könne weiterhin nichts ausgeschlossen werden. Die Ermittler prüfen nach seinen Angaben auch, welche Rolle es spielte, dass der Strom in der Dachgeschosswohnung abgeschaltet war.

Die Leichen der vier Kinder sind inzwischen obduziert worden. Mit einer umfassenden Auswertung des Obduktionsergebnisses werde aber nicht vor Montag gerechnet, sagte ein Polizeisprecher am Sonnabend. Die Ermittler erhoffen sich davon näheren Aufschluss über die Brandursache, die auch einen Tag nach dem Unglück noch nicht feststand.

Derzeit kein Hinweis auf Brandstiftung

Bei dem Feuer in einer Dachgeschosswohnung waren am Freitagmorgen zwei Zwillingsjungen im Alter von drei Jahren sowie zwei fünf und sieben Jahre alte Mädchen ums Leben gekommen. Ihre Eltern und ein Baby konnte die Feuerwehr retten. Die Polizei ging nach ersten Erkenntnissen von einem Unglück aus. „Im Moment haben wir keine Hinweise auf Brandstiftung“, sagte Laßotta. Ermittelt wird wegen fahrlässiger Brandstiftung und fahrlässiger Tötung. Einen konkreten Tatverdacht gab es zunächst nicht.

Unterdessen hat ein von Verwandten der Opfer beauftragter Anwalt Vorwürfe gegen die Feuerwehr erhoben. Laut einem Feuerwehrsprecher geht es dabei um die Frage, warum nicht noch mehr Menschen mittels Drehleiter aus der Wohnung gerettet wurden. Nach seiner Darstellung hätte es aber nichts genutzt, zusätzliche Wehrleute über die Leiter nach oben zu bringen, denn in der Wohnung seien schon genug Helfer gewesen. Er weise die Vorwürfe zurück, sagte der Sprecher. Nach Laßottas Worten werden sie untersucht.

Den Helfern hatte sich am Freitag ein dramatisches Bild geboten: Die 27 Jahre alte Mutter habe ihr elf Monate altes Mädchen im Arm gehalten und an einem Fenster verzweifelt um Hilfe geschrien, der 28 Jahre alte Vater an einem anderen Fenster. Mit einer Drehleiter retteten Feuerwehrleute die drei. Kurz darauf holten sie ein weiteres Kind aus der Wohnung, dem die Ärzte aber nicht mehr helfen konnten.