Extreme Dürre

Tausende Einsatzkräfte kämpfen gegen Flammen in den USA

Waldbrände im Westen der USA: Das Land ist ausgetrocknet, die Flammen fressen sich rasant vorwärts, hunderte Menschen mussten fliehen.

Foto: DAPD

Schwere Waldbrände im Süden Kaliforniens haben eine Fläche von tausenden Hektar Land zerstört und hunderte Menschen in die Flucht getrieben. Wie die Feuerwehr am Mittwoch mitteilte, mussten rund 400 Menschen aus Ranchita, 81 Kilometer südlich von San Diego, am Dienstagabend ihre Häuser verlassen. 3700 Hektar Wald wurden zerstört, 400 Häuser waren von den Flammen bedroht. In der Gegend waren am Sonntag fünf Brände durch Blitzeinschlag entfacht worden. Rund 1500 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Bis Mittwoch waren nach Angaben der Feuerwehr drei der Brände eingedämmt, doch die für den Großteil der Zerstörungen verantwortlichen Feuer waren weiter außer Kontrolle. Ein Sprecher der Feuerwehr, Mike Mohler, sagte, die Löschtrupps machten zwar Fortschritte, es gebe aber noch eine große offene Feuerfront. Da die Brände in einem unwegsamen Gelände und fernab von Straßen wüteten, gestalteten sich die Löscharbeiten als schwierig, sagte Mohler.

Auch nördlich von San Diego wütete ein schwerer Brand. Dieser war am Dienstag in Sage, rund 100 Kilometer nördlich von San Diego, ausgebrochen. Er zerstörte vier Gebäude, darunter ein Wohnhaus. 1200 Hektar Buschland fielen den Flammen zum Opfer, 50 Häuser wurden evakuiert. Zwei Zivilisten und ein Feuerwehrmann erlitten schwere Verbrennungen.

Feuerwehrfrau von umfallenden Baum erschlagen

Auch im US-Staat Washington sind durch die extreme Trockenheit am Mittwoch innerhalb von 90 Minuten drei verschiedenen Brände ausgebrochen. Zwei Feuer konnten schnell gelöscht werden, das dritte weitete sich aber schnell aus und zerstörte 70 Häuser. Hunderte Menschen mussten von den Behörden in Sicherheit gebracht werden. Es sei aber niemand verletzt worden, sagte Einsatzleiter Rex Reed.

Die Brandgefahr sei aufgrund von Wind, Hitze und Trockenheit extrem. Drei Wochen sei überhaupt kein Niederschlag gefallen. Die Lage sei chaotisch, sagte ein Polizeisprecher des Bezirks Kittitas, Clayton Myers. „Es war so eine Sache, bei der man nie das Gefühl hatte, etwas unter Kontrolle zu haben, weil sich die Lage immer je nach Wind veränderte.“ Die 16-Jährige Haley Lindelof berichtete unter Tränen der Zeitung „The Seattle Times“: „Ich sehe gerade zu, wie unser Haus abbrennt.“

In Idaho wurde bereits am Sonntag eine Feuerwehrfrau von einem umfallenden Baum erschlagen, wie die Forstbehörden am Dienstag mitteilten. In Oregon musste eine weitere Feuerwehrfrau wegen Verbrennungen und Rauchvergiftung behandelt werden.

Temperaturen von bis zu 40 Grad

Mehr als Zweidrittel der USA leidet seit Wochen unter massiver Trockenheit. Temperaturen von bis zu 40 Grad und in manchen Regionen sogar noch höher bescheren den Feuerwehrleuten in ihrem Kampf gegen gegen die Flammen immer wieder Rückschläge.

Nach Angaben der US-Forstbehörde sind die Küstenstaaten Washington, Oregon und Kalifornien sowie Nevada, Utah und Idaho am stärksten von den Bränden betroffen. Mehrere Gemeinden seien bedroht.

Nach Angaben des Senders CNN mussten sich im Bundesstaat Washington nahe Cle Elum 900 Menschen vor den Flammen in Sicherheit bringen. Meteorologen sagen voraus, dass das heiße Wetter die Woche über anhalten wird. „Wenn uns Mutter Natur nicht aushilft, dann werden wir noch eine Weile kämpfen müssen“, zitierte CNN den Vertreter einer Feuerwehrabteilung in Washington.