Julia Child

Julia Child und das Geheimnis der Sauce Bearnaise

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Alexander Uhl

Am Mittwoch wäre die legendäre US-Fernsehköchin Julia Child 100 geworden. Aus diesem Anlass hat Google ihr ein Doodle gewidmet.

Wer an US-amerikanische Küche denkt, der denkt vor allem an Hamburger, riesige Steaks, Ketchup, Spare Ribs und Coca-Cola. Kaum aber an französische Gerichte. Dabei hat eine Frau über 40 Jahre lang die Amerikaner an die Geheimnisse der französischen Küche herangeführt. Ihr Name: Julia Child. Sie war die wohl berühmteste TV-Köchin der USA und erreichte mit ihren Kochsendungen - legendär ist „The French Chef”, die 1963 das erste Mal ausgestrahlt wurde - ein Millionenpublikum. Ihr Buch „Mastering the Art of French Cooking”, das Anfang der 60er aufgelegt wurde, erscheint bis heute. Am Mittwoch wäre sie 100 Jahre alt geworden.

Die am 15. August 1912 geborene Child wuchs an der Westküste auf, hatte aber zunächst gar nichts mit Kochen am Hut, schon gar nicht mit „French Cooking”. Sie arbeitete zunächst in einem Möbelhaus und während des Weltkriegs für die Army.

Die Offenbarung kam 1948. Da reiste sie mit ihrem Mann Paul Child, der im Diplomatischen Dienst arbeitete, nach Paris. Während der Reise aß sie Berichten zufolge in Rouen zum ersten Mal französisch - Austern, Seezunge Meunière und Wein. Das war die Wende. In Paris besserte sie ihr Französisch auf und ging regelmäßig mit ihrem Mann abends in den besten Restaurants der Stadt essen - bis sie sich schließlich im Le Cordon Bleu anmeldete, einer internationalen Koschule. Dort schaffte sie es, trotz ihrer gerinen Vorkenntnisse in einen sechsmonatigen Kochkurs aufgenommen zu werden. Mittags setzte sie wohl das Gelernte unmittelbar um. Ihr Schwester Dorothy soll berichtet habe, dass die butterreichen Experimente - vor allem ihrer Sauce Hollandaise und Sauce Bearnaise - bei allen Beteiligten zu Gallenkoliken geführt hätten.

„Mastering the Art of French Cooking”

Zusammen mit Simone Beck und Louisette Bertholle arbeitete sie schließlich in den 50er-Jahren an „Mastering the Art of French Cooking”. Das Besondere an dem Kochbuch waren nicht nur die detaillierten Beschreibungen von Zubereitungstechniken, sondern auch die genaue Erprobung aller Rezepte. Bis dahin waren Kochbücher für Erfahrene geschrieben. Bei Julia Childs Werk konnten auch unerfahrene Hobbyköche plötzlich präsentable Ergebnisse erzielen. Das Werk wurde ein Riesenerfolg und wird heute noch als Standardbuch für Köche verkauft.

Endgültig berühmt wurde Child mit ihren Fernsehserien, in denen sie einem Millionenpublikum die französische Küche nahebrachte. 2003, ein Jahr vor ihrem Tod, überreicht ihr US-Präsident George W. Bush die Freiheitsmedaille, die höchste zivile Auszeichnung der USA. In Deutschland wurde sie dem Publikum durch die Verfilmung ihres Lebens bekannt. 2009 erschien die Filmkomödie Julie & Julia, die die Lebensgeschichte von Julia Child erzählt. Die Rolle von Child wurde von Meryl Streep gespielt.

Zum 100. Geburtstag am 15. August 2012 widmete ihr Google nun ein Doodle, ein klickbares Google-Symbol, das eine fröhlich lächelnde Julia Child beim Kochen zeigt.