Waldbrände

Flammen bedrohen Ferienort auf Urlaubsinsel La Gomera

| Lesedauer: 3 Minuten

Auf den Kanarischen Inseln wüten schwere Waldbrände. Einheimische und Touristen müssen fliehen.

Der Waldbrand auf der kanarischen Ferieninsel La Gomera hat inzwischen den beliebtesten Urlaubsort erfasst. 3000 Menschen mussten sich in der Nacht zu Montag allein aus Valle Gran Rey in Sicherheit bringen. Der Wind trieb die Flammen von den Berghängen in das Tal. Urlauber und Einheimische versammelten sich daraufhin im Hafen der Ortschaft. Mehr als 900 von ihnen wurden an Bord von zwei Fährschiffen in die Inselhauptstadt San Sebastián gebracht.

Insgesamt 8000 Bewohner evakuiert

Insgesamt hatten auf La Gomera wegen der Waldbrände bis Montagfrüh etwa 5000 Bewohner ihre Häuser verlassen müssen, teilte der Regierungschef der Kanaren, Paulino Rivero, mit. „Das ist ein Viertel der gesamten Bevölkerung der Insel.“ Aufgrund der Hitze seien die Aussichten schlecht, die Flammen bald unter Kontrolle zu bekommen. In Valle Gran Rey brannten 30 Wohnhäuser nieder. Menschen kamen bislang nicht zu Schaden.

Von Valle Gran Rey fraßen sich die Flammen am Montag in Richtung auf die Ortschaft Vallehermoso im Innern der Insel vor. Deren 3000 Bewohner wurden mit Bussen und Autos ebenfalls nach San Sebastián gebracht. Der Waldbrand war vor gut einer Woche an drei verschiedenen Stellen ausgebrochen, vermutlich infolge von Brandstiftung. Die Löschmannschaften bekamen die Flammen nach einem tagelangen Kampf unter Kontrolle, aber am vorigen Freitag fachten die Hitze und der Wind das Feuer neu an.

Der Tourismuskonzern TUI teilte dagegen mit, die Lage habe sich stabilisiert. Etwa 30 TUI-Gäste seien vorsichtshalber aus ihren Appartements geholt und zum Hafen von San Sebastián gebracht worden, sagte eine Sprecherin. Von dort sollten sie nach Teneriffa übersetzen. Die neu ankommenden Touristen würden auf Teneriffa bleiben.

Die seit mehr als einer Woche anhaltende Feuersbrunst hat auf La Gomera bereits etwa 5000 Hektar Wald- und Buschland vernichtet, davon 750 Hektar im Nationalpark Garajonay, dessen immergrüner Lorbeer-Urwald zum Weltnaturerbe der Unesco gehört. Die Behörden räumten ein, dass in dem Schutzgebiet mit seiner einzigartigen Naturlandschaft ein schwerer ökologischer Schaden entstanden sei.

Auf der Nachbarinsel Teneriffa konnten die Löschmannschaften den Vormarsch eines Waldbrandes weitgehend stoppen. Die Bewohner evakuierter Dörfer durften in ihre Häuser zurückkehren.

Rettungskräfte sterben im Kampf gegen das Feuer

Auf dem spanischen Festland wüten schwere Waldbrände. In der Gegend von Alicante kamen zwei Menschen bei der Bekämpfung eines Waldbrandes ums Leben. Wie die Rettungsdienste mitteilten, handelte es sich bei den Toten um einen Feuerwehrmann und einen Waldarbeiter, die gegen ein Feuer in La Torre de les Maçanes angekämpft hatten.

Zwei weitere Mitglieder der Löschmannschaften wurden verletzt. Das Feuer war vermutlich von einem defekten Auto ausgelöst worden. Aus dem Motor waren nach Angaben der Lokalbehörden Flammen geschlagen, die mehrere Bäume in Brand setzten. In Spanien loderten am Montag insgesamt ein halbes Dutzend größerer Waldbrände in verschiedenen Teilen des Landes.

( AFP, dapd, tat )

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