Naturkatastrophe

Schwere Erdbeben verwüsten den Nordwesten des Irans

| Lesedauer: 2 Minuten

Nach den schweren Erdbeben im Nordwesten des Iran haben Einsatzkräfte mindestens 300 Todesopfer und mehr als 2000 Verletzte geborgen.

Bei zwei schweren Erdbeben sind im Nordwesten des Irans mindestens 300 Menschen getötet und Tausende verletzt worden. Die Behörden rechneten am Sonntag mit einem Anstieg der Opferzahlen, weil viele Verletzte in Lebensgefahr schwebten.

Die Krankenhäuser konnten den Ansturm von Verletzten kaum bewältigen. Weil es an Zelten fehlte, mussten viele obdachlos gewordene Bewohner der an Aserbaidschan und Armenien grenzenden Region die kalte Nacht im Freien verbringen. Deutschland sagte der Islamischen Republik Hilfe zu.

Die beiden Erdstöße am Sonnabend in der Nähe der Millionenstadt Täbris hatten US-Geologen zufolge eine Stärke von 6,4 beziehungsweise 6,3 und ereigneten sich in einem Abstand von elf Minuten. Ihnen folgten 60 Nachbeben.

Zahlreiche Menschen flohen aus Angst aus ihren Häusern auf die Straßen. 16.000 Menschen wurden in Notunterkünften untergebracht. Der Fotograf Taher Sadati sagte, viele Orte seien dem Erdboden gleichgemacht. „Die Menschen brauchen Hilfe, sie benötigen warme Kleidung, mehr Zelte, Decken und Brot.“

Zwölf Dörfer nahezu völlig zerstört

Medienberichten zufolge wurden zwölf Dörfer nahezu völlig zerstört, in rund 60 Dörfern seien mehr als 50 Prozent der Häuser beschädigt. In Täbris sei dagegen niemand ums Leben gekommen. Im Katastrophengebiet bildeten die Verletzten lange Schlangen vor den Krankenhäusern. Oft fehlte es an Personal und Medikamenten. In einem Hospital in Wasarghan mussten sich einem Agenturbericht zufolge zwei Ärzte um 500 Patienten kümmern. Viele Verletzte wurden von Verwandten gebracht, weil es augenscheinlich an Krankenwagen fehlte.

Die iranischen Behörden erklärten einem Bericht des englischsprachigen Senders Press TV zufolge, die Rettungsarbeiten seien am Sonntagnachmittag abgeschlossen worden. Alle Verschütteten seien befreit.

Die Region habe insofern Glück im Unglück gehabt, weil sich die Beben am helllichten Tage ereignet hätten, sagte Fotograf Sadati. „Darum waren viele Menschen nicht in ihren Häusern.“ Ansonsten wären weitaus mehr Tote zu beklagen gewesen. Weil sie der Standfestigkeit der Gebäude nicht trauten, gingen viele Menschen nicht mehr in ihre Häuser, berichtete ein Student aus der Stadt Ahar. Auf der Straße nach Täbris stauten sich viele Autos mit Verletzten, die auf dem Weg ins Krankenhaus waren.

Außenminister Guido Westerwelle kondolierte seinem iranischen Kollegen Ali Akbar Salehi. Er sei über die Ausmaße des Bebens bestürzt, erklärte Westerwelle und bot der Islamischen Republik deutsche Hilfe an.

Unter dem Iran verlaufen mehrere Verwerfungslinien. Das Land wurde schon mehrmals von schweren Beben heimgesucht. So kamen in der Stadt Bam im Jahr 2003 mehr als 25.000 Menschen ums Leben.

( rtr/bee )

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