Erotikmagazin

Erste Inderin zieht sich für den „Playboy” aus

Sie hat sich getraut: Sherlyn Chopra ließ sich als erste Inderin für den „Playboy” fotografieren. In ihrer Heimat ist das ein Skandal.

Foto: AFP

Ihr Körper ist mit roter, blauer und grüner Farbe beschmiert. Sherlyn Chopra ist nackt, der Schmuck auf ihrer Haut verbirgt nichts. Die junge Frau blickt direkt in die Kamera. Selbstbewusst. So werden die Fotos der 28-jährigen Inderin im „Playboy” zu sehen sein. Sie sind eine kleine Sensation, denn nie zuvor hat sich eine Inderin für das Erotikmagazin ausgezogen.

In Indien ist Nacktheit bis heute weitgehend tabu, der „Playboy” und ähnliche Magazine sind im Handel nicht erhältlich. Auch ein freier Zugriff im Internet auf die „Playboy”-Seiten ist ausgeschlossen. Sherlyn Chopra macht selbst über „Twitter” auf ihre Nackt-Fotos, die im November-Heft zu sehen sein werden, aufmerksam. Sofort gibt es in ihrer Heimat Kritik von allen Seiten. Von der „Schande Indiens” ist in Zeitungen zu lesen, im Internet wird sie als „widerlich” beschimpft. „Wenn Sie es als Erfolg betrachten, als erste indische Frau für den ,Playboy’ zu posieren, sollten Sie Ihre Maßstäbe überprüfen”, lautet eine Antwort auf ihre Twitter-Nachricht. Außerdem wird ihr vorgehalten, ihr Nackt-Auftritt sei nur ein verzweifelter Versuch, zu wichtigeren Filmrollen zu kommen.

Weltweite Aufmerksamkeit

Für den „Playboy” sind die Fotos ein Coup. Hugh Heffner, der 86-jährige Playboy-Chef, ahnt, als das Angebot von Sherlyn Chopra kommt, sogleich, dass die Nacktfotos der jungen Inderin für weltweite Aufmerksamkeit sorgen werden. Er sollte recht behalten.

Chopra selbst sagt, die Fotos seien für sie ein Ausbruch aus ihrer strengen Erziehung. „Jahrelang wurde mir gesagt, was ich tun und lassen soll”, erklärt die Schauspielerin. „Deshalb konnte ich die Möglichkeit nicht ausschlagen, nackt für das Magazin zu posieren.” Ganz unbekannt ist ihr das nicht: Auch zuvor hat sie bereits für Erotikfotos posiert, nur eben nicht ganz hüllenlos.

Ein bisschen Spott ist auch dabei

„Ich bedauere nichts”, erklärt die 28-Jährige nach dem Fotoshooting in Los Angeles. Sie empfinde ihren Auftritt als „reinste Befreiung und Entzückung”, schreibt sie in einer E-Mail an die Nachrichtenagentur AFP. Sie sei stolz, dass sie in ihrer Bereitschaft als „Playmate” für die November-Ausgabe des „Playboys” zu posieren, „bis an die Grenzen” gegangen sei. Außerdem genießt Chopra ihre Vorreiterrolle: „Diese Leistung kann mir keiner mehr nehmen.”

Doch auch mit Spott muss sie nun leben. Die Darstellung auf der „Playboy”-Webseite, Sherlyn Chopra sei eine „Legende” des indischen Kinos, wird in der indischen Netzgemeinde mit ironischen Kommentaren bedacht. Sie ist in ihrer Heimat bislang nämlich nur durch Nebenrollen in Bollywood-Streifen bekannt geworden. „Ich weiß selbst, dass ich nur ein Mädchen mit großen Träumen bin”, räumt die Schauspielerin ein. Und träumt jetzt wohl von einer Rolle in Hollywood - wenn der „Playboy” im November erschienen ist.