Bei Maischberger

Helmut Schmidt spricht über seine neue Liebe

Altkanzler Helmut Schmidt hat über seine Freundin Ruth Loah gesprochen. Im Talk mit Sandra Maischberger blieb er jedoch hanseatisch-diskret.

Foto: DAPD

Immer wieder versucht Fernsehmoderatorin Sandra Maischberger, dem Altkanzler Helmut Schmidt Details über seine neue Beziehung zu entlocken.

Ob er glücklich sei, will die Journalistin wissen. „Glück ist ein sehr relativer Begriff“, sagt der 93-Jährige knapp.

Warum wohnen sie nicht zusammen? „Es würde die Dinge komplizieren.“ Schmidt schweigt, zündet sich eine Zigarette an und sagt nur trocken: „Nächste Frage.“

Vergangene Woche sorgte Schmidt mit der Nachricht, dass er mit seiner langjährigen Mitarbeiterin Ruth Loah (79) zusammen ist, für großen Wirbel. Doch bei der ARD-Talksendung „Menschen bei Maischberger“ zeigt er sich bei diesem Thema sehr hanseatisch-zurückhaltend.

Nach dem Tod seiner Frau Loki 2010 sei die Beziehung zu seiner neuen Lebensgefährtin Ruth Loah eine „selbstverständliche Entwicklung“ gewesen.

Schon viele Jahre sei sie seine Vertraute gewesen. „Wir waren aneinander gewöhnt seit Jahrzehnten“, sagt der SPD-Politiker. Seine Lebensgefährtin bezeichnet er in der Sendung als „meine Freundin Frau Loah“.

Das große Interesse der Öffentlichkeit an der Beziehung habe ihn nicht überrascht, betont der Kettenraucher.

Vergangene Woche hatte Schmidt im „Zeit“-Magazin bestätigt, dass er mit Loah zusammen ist. Die 79-Jährige sieht Loki Schmidt, mit der der Altkanzler fast sieben Jahrzehnte verheiratet war, ähnlich.

Der in Hamburg lebende Politiker war zwischen 1974 und 1982 Bundeskanzler. Dabei erlangte er Ansehen als umsichtiger Krisenmanager, sein Wort hat bis heute Gewicht.

Loah und der Altkanzler traten in den vergangenen Monaten bereits mehrmals gemeinsam auf.

Viel Aufheben will der 93-Jährige nicht um sein neues Glück machen. Die Antworten zu seiner neuen Lebensgefährtin sind wortkarg und diskret.

Nicht der Euro steckt in der Krise

Gesprächiger wurde er bei politischen Themen. Die Sorge um den Euro könne man nicht unterdrücken, sagte er. Es sei jedoch falsch, von einer Eurokrise zu sprechen, es handle sich vielmehr um eine Schuldenkrise. „Das wäre alles nicht so tragisch, wenn wir jemanden hätten in Europa, der einen Überblick über das Gesamtproblem hat.“

Forderungen, das finanziell angeschlagene Griechenland müsse die Eurozone verlassen, kritisierte Schmidt. Es sei ein Fehler gewesen, die Griechen überhaupt aufzunehmen, sagt er. Doch nun müsse man die Konsequenzen tragen und sich solidarisch zeigen.

Ob Frauenquote, Elternzeit oder Atomenergie – Maischberger und Schmidt streifen noch viele weitere Themen.

Im vergangenen Jahr hatte Schmidt für Aufsehen gesorgt, weil er Peer Steinbrück („Er kann es“) attestiert hatte, der geeignete Kanzlerkandidat der SPD zu sein. Das gelte noch immer, erklärt Schmidt. Er habe damals „die Wahrheit“ sagen wollen, weil er nach dem Tod seiner Ehefrau befürchtet habe, dass ihm dazu nicht mehr lange Zeit bleibe.

Solch trübe Gedanken hat er derzeit nicht, sondern schmiedet Reisepläne mit seiner neuen Freundin: Beide wollen im Herbst eine Schiffsreise zum Nordkap machen.