Neuseeland

Vulkan nach mehr als 100 Jahren wieder ausgebrochen

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Er liegt in einem Nationalpark, der bei Touristen sehr beliebt ist: Am Dienstag hat ein Vulkan auf Neuseeland wieder Asche gespuckt.

Der seit mehr als 100 Jahren inaktive Vulkan Mount Tongariro auf der Nordinsel Neuseelands ist erstmals wieder ausgebrochen und hat dicke Aschewolken ausgestoßen. Einige der Bewohner der Region rund um den Nationalpark Tongariro verließen ihre Häuser, mehrere Inlandsflüge mussten am Dienstag gestrichen werden. Im neuseeländischen Sommer überqueren täglich Hunderte Touristen das Bergmassiv im Nationalpark, in dem auch viele Szenen der „Herr der Ringe“-Filme gedreht wurden.

Der Vulkan stieß am Montagabend etwa 30 Minuten lang Asche und Gestein aus, nachdem Wissenschaftler in den vergangenen Wochen vermehrte seismische Aktivität gemessen hatten. Berichte über Verletzte oder Schäden lagen nicht vor. Drei Wanderer, die in einer Hütte am gegenüberliegenden Hang übernachtet hatten, seien sicher aus dem Nationalpark gekommen, teilte die neuseeländische Naturschutzbehörde am Dienstag mit.

Ascheschicht ist mehrere Zentimeter dick

Ein Vulkanologe der Regierungsbehörde GNS Science, Steve Sherburn, sagte, im Umkreis von mehreren Kilometern liege eine mehrere Zentimeter dicke Ascheschicht. Teilweise soll die Asche auch durch den Wind in Küstenorte in 60 Kilometern Entfernung getragen worden sein. Die Eruption sei vermutlich durch den Aufbau von Dampfdruck innerhalb des Berges ausgelöst worden, sagte Sherburn.

Der Ausbruch war der erste des fast 2000 Meter hohen Vulkans seit Ende des 19. Jahrhunderts. Es sei aber zu früh, um zu sagen, ob die Eruption der Beginn einer neuen Serie von Ausbrüchen sein könnte, sagte Sherburn.

Obwohl sich die Lage am Dienstag entspannte, forderte der Zivilschutz die Bevölkerung auf, sich dem Vulkan nicht zu nähern. Alle Wanderwege im Nationalpark wurden geschlossen. Dort befinden sich insgesamt drei aktive Vulkane.

Inlandsflüge wurden gestrichen

Einige Bewohner der spärlich besiedelten Gegend brachten sich vorsichtshalber in Sicherheit, die Behörden schlossen vorübergehend einige Straßen. Die Fluggesellschaft Air New Zealand strich Inlandsflüge, die in die Nähe des Vulkans führten. Am Dienstagnachmittag konnte die Fluggesellschaft aber bereits wieder viele Ziele anfliegen, nachdem sich dort die Aschewolke verzogen hatte. Internationale Flüge waren nicht betroffen.


( dapd/cri )