Gewitter-Folgen

Meteorologen erwarten neue Unwetter in Berlin

Bei den Gewittern in der Nacht zu Freitag ist Berlin glimpflich davon gekommen. Brandenburg erwischte es schlimmer.

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Schwere Wolkenbrüche haben in der Nacht zu Freitag in mehreren Bezirken von Berlin für zahlreiche Wasserschäden gesorgt. „Es hat rund 30 wetterbedingte Einsätze gegeben“, sagte ein Feuerwehrsprecher am Freitag. „In Kaulsdorf ist ein Blitz in das Dach eines Hauses eingeschlagen und hat es in Brand gesetzt. Das Feuer konnte aber schnell gelöscht werden“, berichtete der Feuerwehrsprecher. 25 Feuerwehreinsätze bis Freitagmorgen galten der Beseitigung von Wasserschäden, insgesamt stürzten fünf Bäume um. Verletzt wurde nach Angaben der Feuerwehr glücklicherweise niemand.

Auch für Freitagabend sagen die Meteorologen für Berlin örtlich Gewitter, zum Teil mit Hagel und Sturmböen voraus.

Am Donnerstagabend war durch den starken Regen auch der Flugverkehr in Tegel betroffen. Wegen der Gewitter mussten vier Flugzeuge nach Schönefeld und eins nach Leipzig umgeleitet werden. Aufgrund des Wetters gab es in Tegel auch Schwierigkeiten mit dem Gepäck. So wurde den Passagieren einer Lufthansa-Maschine aus München, die bereits verspätet in Tegel landete, empfohlen, ohne Gepäck den Airport zu verlassen. „Durch die Witterung hatte sich einiges angestaut, so dass wir den Fluggästen angeboten haben, ihnen ihr Gepäck nach Hause zu liefern“, sagte eine Lufthansa-Sprecherin in Frankfurt/Main auf Anfrage. Diese Offerte sei von vielen Passagieren angenommen worden. Am Freitag seien die Gepäckstücke nach ihren Kenntnissen dann den Fluggästen gebracht worden.

Ein Flughafensprecher verteidigte das Vorgehen. Laut Sicherheitsbestimmungen dürfe das Bodenpersonal bei Gewitter nicht auf dem Rollfeld arbeiten und die Maschinen entladen. Bis zum Betriebsschluss des Flughafens habe man den Stau aber auflösen können. Am Freitag habe es dann keine Verspätungen mehr wegen des Unwetters gegeben.

Ebenfalls ein Opfer der starken Regenfälle wurde das Classic-Open-Air-Eröffnungskonzert auf dem Gendarmenmarkt in Mitte: Es wurde nach 95 Minuten aus Sicherheitsgründen abgebrochen. Insgesamt sei der Südosten Berlins stärker betroffen gewesen als andere Teile der Stadt, berichtete die Feuerwehr.

Insgesamt aber ist Berlin von schweren Gewitterstürmen verschont geblieben – im Vergleich zu den heftigen Unwettern in anderen Bundesländern. „Die Stadt ist glimpflich davon gekommen“, sagte der Meteorologe Thomas Globig vom Wetterdienst Meteomedia. „Hätte es so stark geregnet wie beispielsweise in Frankfurt (O.) und in Cottbus, wäre die Feuerwehr bis Freitagabend im Einsatz gewesen.“

Die A13 wurde überflutet

Im Süden Brandenburgs regnete es so heftig, dass der Verkehr auf den Straßen und auf der Autobahn 13 stark behindert wurde. Dort kamen die Fahrzeuge kaum noch vorwärts, weil die Fahrbahnen überflutet waren. Örtlich fielen bis zu 60 Liter Regen pro Quadratmeter – fast so viel wie sonst im ganzen Monat Juli. An der A13 bei Bronkow rutschte zudem eine Böschung auf 50 Meter Länge bis an die Leitplanke. Die Mitarbeiter der Autobahnmeisterei konnten aber nicht ausrücken, weil ein Blitz in die elektrische Toreinlage eingeschlagen hatte, so dass diese sich nicht mehr öffnen ließ.

In der Region stürzten zahlreiche Bäume um, Äste brachen ab. Noch am Freitagmorgen war die Feuerwehr im Süden Brandenburgs mit Aufräumarbeiten beschäftigt, um die Straßen wieder befahrbar zu machen. Menschen kamen nicht zu Schaden. Aber auch die Polizei wurde Opfer der Wassermassen: In Senftenberg im Landkreis Oberspreewald-Lausitz liefen der Keller und die Umkleideräume der Polizeiwache mit Regenwasser voll.

Der Meteorologe Thomas Globig geht davon aus, dass es am Sonnabendvormittag erneut schwere Unwetter geben kann. „Es kann so stark regnen, dass es zum Ausnahmezustand bei der Feuerwehr kommen kann.“ Das Regengebiet wird erst am Nachmittag abziehen, und dann wird langsam die Sonne herauskommen. Globig erwartet mit 22 bis 24 Grad Celsius schwüles Wetter, am Sonnabend dann aber auf keinen Fall weitere Unwetter.

„Am Sonntag kann es wieder kritisch werden. Das Wetter ist mit Vorsicht zu genießen“, sagt Globig. „Es ist Unwetterluft in der Nähe, und es ist nicht ausgeschlossen, dass es noch einmal zu Starkregen kommt. Diese Gefahr ist erst am Montag bei niedrigeren Temperaturen gebannt.“ mit dapd