Radarsystem

Systemausfall sorgt für Chaos am Münchner Flughafen

Wegen eines defekten Radarsystems ist es am Airport München zu Verzögerungen und Flugausfällen gekommen. Auch Berlin war betroffen.

Foto: DAPD

Ein gut zweistündiger Ausfall des Radarsystems bei der Deutschen Flugsicherung (DFS) hat am Freitag zu massiven Störungen am Münchner Flughafen geführt. Es kam zu mehreren Annullierungen und einer ganzen Reihe von Verspätungen. Wegen der Probleme fiel auch ein deutsch-französisches Ministertreffen aus. Auch in Berlin fielen deshalb am Freitag mehrere Flüge aus.

Nach Angaben der Deutschen Flugsicherung fiel in der Münchner Kontrollzentrale von 12.45 Uhr bis 14.55 Uhr aus zunächst unbekannten Gründen das Radarsystem aus. Die im betroffenen Luftraum fliegenden Flugzeuge seien mit einem Ersatzsystem von den Fluglotsen koordiniert worden. Für weitere Flüge sei der Luftraum gesperrt worden, so dass es im gesamten Luftverkehr zu Verspätungen gekommen sei. Betroffen gewesen sei der Luftraum über Bayern, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Trotz der Störung habe es aber keine Sicherheitsgefährdung gegeben. Die DFS in München überwacht den Luftraum vom östlichen Bodensee bis zur tschechischen Grenze und auf der Nord-Süd-Achse vom Brenner in Österreich bis nach Leipzig. Während des Ausfalls wurden keine Flugzeuge mehr in den betroffenen Luftraum gelotst und sämtliche Starts an den dortigen Flughäfen abgesagt.

Wie Berlin betroffen war

Wegen des Systemausfalls sind auch in Berlin am Freitag mehrere Flüge ausgefallen. Bis zum Nachmittag mussten vier Starts und vier Landungen gestrichen werden, wie Flughafen-Sprecher Leif Erichsen sagte. Die Ausfälle betrafen zunächst nur den Flughafen Tegel. Es sei mit Auswirkungen bis in den Abend hinein zu rechnen. Gegen 15 Uhr hatte die Flugsicherung nach eigenen Angaben das System wieder hochgefahren. Dennoch werde es Stunden dauern, bis sich der Luftverkehr wieder normalisieren könne.

Die Folgen des Systemausfalls sollten den Angaben zufolge noch bis Freitagabend Verspätungen nach sich ziehen. Ausfallen musste als Folge der Flugausfälle auch ein Treffen von Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) mit der neuen französischen Kulturministerin Aurélie Filippetti in Paris. Die beiden wollten im Anschluss an ihr Treffen eigentlich gemeinsam die Veranstaltung „Berlin-Paris, ein Galerienaustausch“ eröffnen.

Am Münchner Flughafen starten und landen täglich rund 1200 Maschinen. Reisende sollen sich über die Internetseiten des Airports, den Videotext des Bayerischen Fernsehens oder bei ihren Fluggesellschaften über den aktuellen Status ihres Fluges informieren.

Die beiden größten deutschen Fluggesellschaften machten zunächst keine konkreten Angaben zu Ausfällen und Verspätungen von Flügen durch den Systemausfall. Ein Lufthansa-Sprecher verwies auf die DFS. Eine Sprecherin der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft Air Berlin sagte, es habe Verspätungen gegeben und es komme wahrscheinlich auch zu Annullierungen. Zahlen dazu nannte sie allerdings nicht.