Frankreich

Geiseldrama in Toulouse geht unblutig zu Ende

Die Geiseln des psychisch kranken Mannes konnten unverletzt befreit werden. Der Mann soll aus "religiöser Überzeugung" gehandelt haben.

Das Geiseldrama in Toulouse ist ohne Blutvergießen zu Ende gegangen. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, wurde der Geiselnehmer festgenommen, alle Geiseln konnten unverletzt befreit werden. Zuvor hatte der Geiselnehmer bereits eine seiner vier Geiseln, eine Frau, auf freien Fuß gesetzt.

Der Mann hat laut Staatsanwaltschaft aus „religiöser Überzeugung“ und nicht „des Geldes wegen“ gehandelt. Weitere Angaben wurden nicht gemacht. In Medienberichten hieß es zuvor, der Mann habe sich als Anhänger der Terrororganisation Al-Kaida bezeichnet.

Mit einem Gewehr bewaffnet habe er gegen 11 Uhr die Filiale der Bank CIC im Zentrum von Toulouse betreten und vier Menschen in seine Gewalt gebracht, darunter den Filialdirektor, teilte die Polizei mit.

Ein Schuss sei abgefeuert, jedoch niemand verletzt worden. Ein Bericht des Fernsehsenders BFM, demzufolge der Täter Verbindungen zur Al-Kaida angab, wurde nicht bestätigt. Der Angreifer habe gefordert, mit der Polizeieinheit RAID zu verhandeln. Die Umgebung der Bank CIC wurde abgesperrt und umliegende Gebäude evakuiert, darunter eine private Sprachenschule, die von Vier- und Fünfjährigen besucht wird.

In Toulouse waren im März vor einer jüdischen Schule vier Menschen getötet worden. Bei dem Schützen handelte es sich um den 23-jährigen Mohamed Merah, der ebenfalls Kontakte zur Al-Kaida gehabt haben will. Auch damals war die RAID im Einsatz und verhandelte mit dem Täter. Der Mann wurde schließlich in einem Feuergefecht mit der Polizei getötet. Die Polizei bezeichneten ihn als Islamisten, der in Afghanistan und Pakistan ausgebildet worden sei.

( dapd/bee )

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