Nigeria

Mehr als 150 Passagiere sterben bei Flugzeugabsturz

Bei dem schlimmsten Flugzeugabsturz in Nigeria seit 1992 hat kein Passagier überlebt. Unter den Toten soll auch ein Deutscher sein.

Bei dem verheerenden Flugzeugabsturz in Nigeria sind offensichtlich auch ein Mitarbeiter der deutschen Entwicklungsorganisation GIZ und sein nigerianischer Kollege getötet worden. „Nach derzeitigen Erkenntnissen müssen wir leider davon ausgehen, dass wahrscheinlich ein deutscher Staatsangehöriger an Bord der verunglückten Maschine war“, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Montag in Berlin. Eine endgültige Bestätigung darüber stehe aber noch aus. Das Auswärtige Amt sei „um vollständige Aufklärung bemüht“.

Ein Sprecher der GIZ sagte in Eschborn, „vermutlich“ seien ein Deutscher und sein nigerianischer Kollege ums Leben gekommen. Zuvor hatte „Spiegel Online“ unter Berufung auf Sicherheitskreise vom Tod der beiden Entwicklungshelfer berichtet.

Die Maschine der nigerianischen Fluggesellschaft Dana Air war am Sonntagnachmittag in ein dicht besiedeltes Gebiet von Lagos gestürzt und in mehrere Teile zerbrochen. Vermutlich hat keiner der 153 Menschen an Bord den Absturz am Sonntag überlebt.

Der Flugzeugabsturz am Sonntagabend war offenbar der schlimmste in Nigeria seit September 1992. Damals stürzte ein Militärtransportflugzeug kurz nach dem Start in Lagos in ein Sumpfgebiet. Alle 163 Insassen kamen ums Leben.

Behörden befürchten weitere Opfer am Boden

Die Zahl der Opfer des Absturzes vom Sonntag könnte aber noch steigen. Da sich der Absturz in einer Wohngegend ereignet habe, seien zahlreiche weitere Opfer zu befürchten, sagte ein Sprecher des Katastrophenschutzes. Rettungsarbeiter kämpften bei ihrer Suche nach Opfern in der Nacht auf Montag gegen die am Unglücksort wütenden Flammen.

Tausende Schaulustige strömten nach dem Absturz an den Unglücksort, einige halfen der Feuerwehr. Mehr als drei Stunden nach dem Flugzeugunglück war aber noch immer nicht genügend Wasser zur Hand, um die Flammen zu löschen. Wegen der engen und überfüllten Straßen konnten Transportfahrzeuge die Absturzstelle nicht erreichen.

Unter den Toten befanden sich mindestens vier chinesische Staatsbürger, wie die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntagabend unter Berufung auf Diplomatenkreise meldete. Laut staatlichen libanesischen Medienberichten befanden sich auch zwei Libanesen unter den Opfern.

Drei Tage Staatstrauer

Der nigerianische Präsident Goodluck Jonathan rief eine dreitägige Staatstrauer aus. Jonathan bete, „dass der Allmächtige den Familien der Opfer den Mut und die innere Stärke verleiht, ihren unersetzlichen Verlust zu ertragen“, hieß es in einer Stellungnahme des Präsidentenbüros zu dem Unglück.