Keine Überlebenden

150 Menschen sterben bei Flugzeugabsturz in Nigeria

Ein Passagierflugzeug mit knapp 150 Menschen an Bord stürzt in ein dicht bevölkertes Viertel der nigerianischen Stadt Lagos.

Beim Absturz eines Passagierflugzeugs auf einen dicht besiedelten Stadtteil der nigerianischen Millionenstadt Lagos sind mehr als 150 Menschen ums Leben gekommen. Kein Insasse der Maschine auf dem Weg aus Abuja nach Lagos habe das Unglück überlebt, teilte die Luftfahrtbehörde am Sonntagabend mit. Nach offiziellen Angaben waren 153 Menschen an Bord, zudem gab es Opfer in dem betroffenen Wohnviertel.

Wie viele Menschen am Boden ums Leben kamen, war zunächst unklar. Die Maschine war anscheinend nicht im Sturzflug abgestürzt, sondern hatte zunächst mit dem Rumpf ein Möbelgeschäft gestreift, bevor sie mit der Nase in ein zweistöckiges Wohngebäude prallte. Das Gebäude wurde dabei nur teilweise zerstört. Die Maschine fing aber offenbar Feuer. Rettungskräfte bargen zunächst mindestens einen Toten aus dem Haus. In den umliegenden Trümmern waren weitere Leichen zu sehen.

Kurz vor dem Absturz hätten die Piloten der nigerianischen Unglücksmaschine dem Flughafen Lagos ein Triebwerksproblem gemeldet, sagte ein Vertreter der Streitkräfte. Per Funk hätten sie den Kontrollturm informiert, berichtete der Militärangehörige, der anonym bleiben wollte.

„Ich glaube nicht, dass es Überlebende gibt“

„Ich glaube nicht, dass es Überlebende gibt“, sagte ein Anwohner bereits, bevor das Ausmaß der Katastrophe überhaupt absehbar war. „Das wäre ein Wunder.“ Er habe eine laute Explosion gehört, berichtete der Mann. Er sei nach draußen gelaufen und habe Rauch und Flammen aufsteigen sehen.

Tausende Schaulustige strömten an den Unglücksort. Einige halfen der Feuerwehr, die Schläuche auszurollen. Der Leiter der nigerianischen Luftfahrtbehörde, Harold Denuren, erklärte, es habe sich um eine Maschine der nigerianischen Gesellschaft Dana Air gehandelt. Nach Angaben von Dana Air werden auf der Strecke Lagos-Abuja Boeing MD83 eingesetzt.

Dreitägige Staatstrauer angesetzt

Der nigerianische Präsident Goodluck Jonathan rief eine dreitägige Staatstrauer aus. Jonathan bete, „dass der Allmächtige den Familien der Opfer den Mut und die innere Stärke verleiht, ihren unersetzlichen Verlust zu ertragen“, hieß es in einer Stellungnahme des Präsidentenbüros zu dem Unglück.

Der Absturz „hat die Nation in weiteres Leid gestürzt“, erklärte Jonathan am Sonntagabend mit Verweis auf einen Angriff auf eine Kirche im Norden des Landes, bei dem es ebenfalls Tote gegeben habe. Der Präsident ordnete eine Untersuchung des wohl schwersten Luftfahrtunglücks in der Geschichte Nigerias an. Alle Flaggen auf öffentlichen Gebäuden wurden auf halbmast gesetzt.

Unter den Toten befänden sich mindestens vier chinesische Staatsangehörige, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf chinesische Diplomaten in Nigeria.