Indonesien

Russischer Superjet zerbrochen – "Keine Überlebenden"

Der verschollene Superjet ist abgestürzt. Suchtrupps fanden die russische Maschine nun – in Trümmern. Überlebt hat den Absturz niemand.

Foto: REUTERS

Das Wrack des in Indonesien verschollenen russischen Passagierflugzeugs ist gefunden worden. Hubschrauber orteten die weit verstreuten Trümmer der Maschine am Donnerstag an einem Hang des Vulkans Salak in der Provinz Westjava, wie die indonesischen Behörden mitteilten.

Die Maschine vom Typ Suchoi Superjet 100 mit 47 Menschen an Bord ist offenbar in der Luft oder beim Aufprall auseinandergebrochen. Es habe keine Überlebenden gegeben, sagte ein Sprecher der Firma, die den russischen Flugzeughersteller Suchoi in Indonesien vertritt, am Donnerstag. Das Wrack war allerdings zunächst nur aus der Luft geortet worden, Suchtrupps waren noch auf dem Weg zur Absturzstelle.

„Das Flugzeug ist nicht intakt. Nach Angaben der Rettungskräfte gibt es keine Überlebenden“, sagte der Sprecher der Firma dem Fernsehsender TV One. Die Absturzstelle liegt in unwegsamem Gelände an den Hängen des 2200 Meter hohen Vulkans Salak südlich der Hauptstadt Jakarta, sagte ein Sprecher der Luftwaffe.

Angehörige, die die Nacht auf dem Flughafen verbracht hatten, brachen bei Bekanntgabe der Nachricht in Tränen aus. Unter den Insassen befanden sich acht russische Vertreter des Luftfahrtkonzerns Suchoi sowie 37 Indonesier. Auch ein Amerikaner sowie ein Franzose waren an Bord.

Mysteriöse Abweichung vom Flugplan

Die Maschine war am Mittwoch bei einem Demonstrationsflug bei Jakarta vom Radar verschwunden. Die Suche in dem unwegsamen Gelände in der Umgebung des inaktiven Vulkans war in der Nacht wegen starken Regens unterbrochen worden. Am Morgen nahmen nach Angaben der Behörden etwa 800 Einsatzkräfte die Suche wieder auf. Auch vier Hubschrauber waren im Einsatz.

Die SSJ 100 war am Mittwoch vom Flughafen in Jakarta zum zweiten Schauflug des Tages gestartet und sollte nach 50 Minuten wieder zurückkehren. Die Fluglotsen verloren den Kontakt, nachdem der Pilot um die Erlaubnis für eine Verringerung der Flughöhe von 3.000 auf 1.800 Meter gebeten hatte. Eine Erklärung für die Abweichung vom Flugplan wurde nicht abgegeben. Es nieselte zu diesem Zeitpunkt, stürmisch war das Wetter nicht.

Hoffnungsträger der russischen Luftfahrtindustrie

Die SSJ 100 gilt als Hoffnungsträger der russischen Luftfahrtindustrie. Der Konzern Suchoi will mit der Maschine den Platzhirschen Boeing und Airbus Konkurrenz machen. Der Flieger befand sich seit seinem Jungfernflug 2008 auf einer Schautour. Am Mittwoch war er in Jakarta gelandet und zuvor in Birma, Pakistan und Kasachstan präsentiert worden. Laos und Vietnam standen als nächstes auf dem Programm.

Die für Kurz- und Mittelstrecken konzipierte Maschine mit 75 bis 95 Sitzen ist das erste komplett neue russische Passagierflugzeug seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor 20 Jahren.

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