Adam Yauch

Musikwelt trauert um Beastie-Boys-Gründer

Für viele waren sie die „coolsten weißen Jungs“: Die Beastie Boys schrieben Musikgeschichte. Jetzt ist ihr Gründer gestorben.

Er war ein Pionier des Hip Hop, jetzt ist der Rapper Adam Yauch von der US-Gruppe Beastie Boys tot. Wie sein Mentor und Hip-Hop-Mogul Russell Simmons am Freitag mitteilte, starb der unter dem Namen MCA bekannte Musiker im Alter von 47 Jahren. Simmons' Label Def Jam veröffentlichte mit „Licensed to Ill“ das erste Album der ungewöhnlichen Hip-Hop-Band.

Bei dem Mitbegründer der Beastie Boys war 2009 Ohrspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert worden. Yauch hatte damals erklärt, seine Erkrankung sei durchaus behandelbar. Doch wegen seiner Krankheit sagte die Gruppe diverse Auftritte ab und verschob die Veröffentlichung ihres Albums „Hot Sauce Committee, Part Two“ auf vergangenes Jahr.

Yauch war seit 2009 nicht mehr öffentlich aufgetreten und auch im April nicht dabei, als die Beastie Boys in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen wurden.

Yauch hatte die Beastie Boys zunächst mit seinem Schulfreund Michael „Mike D“ Diamond als Punk-Band gegründet. Als Adam „Ad-Rock“ Horovitz dazu stieß, entwickelte sich die Gruppe zunehmend in Richtung Hip Hop. Der Song „Fight For Your Right“ vom Debüt-Album „Licensed to Ill“ gilt als eine der bekanntesten Hymnen des Genres.

Beastie Boys waren im Hip Hop stets Exoten

Mit den folgenden sieben Studioalben zeigten die drei New Yorker, dass es sich bei ihnen nicht um ein One-Hit-Wonder handelte. Als drei weiße Juden waren die Beastie Boys in der Hip-Hop-Szene stets Exoten. Dass sie sich in keine Schublade stecken lassen wollten, stellten sie spätestens ab dem Album „Check Your Head“ unter Beweis. Die Musiker griffen selbst zu den Instrumenten, im Hip Hop äußerst ungewöhnlich.

Die Beastie Boys seien „neue Wege gegangen“, sagte der Rapper Chuck D von Public Enemy, als die Gruppe in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen wurde. „Die Bestie Boys sind wirklich drei böse Jungs, die Geschichte geschrieben haben“, sagte Chuck D. „Sie haben einen ganz neuen Look in Rap und Hip Hop gebracht. Sie haben bewiesen, dass Rap aus jeder Straße kommen kann, nicht nur aus einigen wenigen.“

Sean „Diddy“ Combs nannte Yauch „einen wahren Pionier und eine kreative Kraft, der für so viele von uns den Weg geebnet hat“. Der Rapper Nas bedauerte den Verlust eines „Bruders“. Eminem erklärte, Yauch sei ein Maßstab im Hip Hop. „Ich denke es ist offensichtlich, wie groß der Einfluss der Beastie Boys auf mich und viele andere war“, sagte der Rapper.