Zigarettenwerbung

Dieter Bohlen und Prinz Ernst August verklagen Deutschland

Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte: Die Zigarettenmarke „Lucky Strike“ hatte auf Bohlen und den Prinz angespielt.

Dieter Bohlen und Ernst August Prinz von Hannover haben beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Klagen gegen Deutschland eingereicht. Es geht um Entscheidungen des Bundesgerichtshofes zu zwei Werbeplakaten der Zigarettenmarke „Lucky Strike“. Eine Gerichtssprecherin bestätigte am Freitag einen Bericht der „Bild“-Zeitung. Die Beschwerden von Bohlen und Ernst August Prinz von Hannover liegen dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrecht bereits seit Oktober 2009 vor.

In seinen Urteilen hatte der Bundesgerichtshof 2008 entschieden, dass Prominente es hinnehmen müssen, wenn Werbung in satirischer Form auf ein aktuelles Geschehen eingeht.

Auf dem Plakat, an dem Bohlen Anstoß nimmt, ist zu lesen: „Schau mal, Dieter, so schreibt man Bücher.“ Weitere Wörter sind geschwärzt – eine Anspielung auf das Bohlen-Buch „Hinter den Kulissen“. In Bohlens Buch mussten nach Klagen von Betroffenen mehrere Passagen geschwärzt werden.

„Ich verstehe doch Spaß“, sagt Dieter Bohlen dem Blatt. „Aber der hört bei mir als Nichtraucher auf, wenn ein Tabakkonzern auf meine Kosten Werbung macht. Das finde ich nicht in Ordnung.“

Bohlen hatten in einem Prozess gegen „Lucky Strike“ beim Landgericht Hamburg und beim Oberlandesgericht zunächst gewonnen. Der Bundesgerichtshof aber hob das Urteil auf. Die Verfassungsbeschwerde des DSDS-Juroren dagegen wurde zurückgewiesen. Deshalb verklagt Bohlen nun die Bundesrepublik auf Schadenersatz.

Das andere Plakat zeigte eine zerdrückte Zigarettenschachtel und die Worte „War das Ernst? Oder August?“. Die Anwälte von Ernst August Prinz von Hannover, Ehemann von Prinzessin Caroline von Monaco, argumentieren in ihrer Beschwerde, die Werbung würde ihren Mandanten als „brutalen Schläger“ an den „sozialen Pranger“ stellen.

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