"Rubygate"-Skandal

Berlusconi erscheint erstmals beim Sex-Prozess

Foto: REUTERS

Silvio Berlusconi ist überraschend beim „Rubygate“-Prozesse erschienen. Ihm wird vorgeworfen, mit Minderjährigen Sex gehabt zu haben.

Silvio Berlusconi ist am Freitag erstmals persönlich beim Prozess um den „Rubygate“ genannten Skandal vor Gericht erschienen. Angeklagt wegen Sex mit Minderjährigen und Amtsmissbrauchs hatte der frühere italienische Regierungschef bislang seine Abwesenheit in dem seit einem Jahr laufenden Prozess immer mit beruflichen Terminen gerechtfertigt. Jetzt kam er in den Mailänder Justizpalast, um bei weiteren Zeugenvernehmungen dabei zu sein.

Im Zentrum des Prozesses steht der Vorwurf gegen Berlusconi, er habe mit der damals noch minderjährigen „Ruby“ gegen Bezahlung Sex gehabt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war die Marokkanerin, die mit bürgerlichem Namen Karima al-Mahroug heißt, eine von vielen damals minderjährigen Besucherinnen bei Berlusconi.

Berlusconi und „Ruby“ haben eine sexuelle Beziehung miteinander bestritten. Später soll der Regierungschef sein Amt missbraucht haben, um die wegen Diebstahls festgenommene Marokkanerin freizubekommen. Sein Verfahren kommt seit dem Beginn nur schleppend voran. Bei einer Verurteilung drohen ihm drei Jahre Haft.

Im Mittelpunkt des Verhandlungstages stand am Freitag die Anhörung von Zeugen der Anklage. Bereits am Montag hatte ein Model ausgesagt, dass bei einer ausschweifenden Party Frauen in Nonnenkostümen und Fußballbekleidung für den konservativen Politiker gestrippt hätten.

In dem Sex- und Korruptionsskandal hat der Mitte November vom Amt des Regierungschefs zurückgetretene Berlusconi auch in einem anderen Verfahren Ärger. Gegen ihn wird wegen Anstiftung zu Falschaussagen ermittelt.

Die Staatsanwälte im apulischen Bari verdächtigen ihn, den Unternehmer Gianpaolo Tarantini veranlasst zu haben, bei Vernehmungen über angeblich pikante Feste in den Villen des damaligen Premiers zu lügen. Tarantini soll Prostituierte für andere Feste Berlusconis organisiert und dann versucht haben, ihn zu erpressen.

( dpa/AFP/mim )

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