Havarie

Fahrfehler war Ursache für Schiffsunglück auf dem Rhein

Ein Kreuzfahrtschiff mit fast 160 Menschen an Bord ist auf dem Rhein auf Grund gelaufen und leckgeschlagen. Ursache war ein Fahrfehler.

Ein Fahrfehler war nach Polizeiangaben Ursache des Schiffsunglücks am Dienstagmorgen auf dem Rhein. Das sagte der Leiter der Wasserschutzpolizei Karlsruhe, Robert Hellmann. Die Fahrrinne sei an der Unglücksstelle 90 Meter breit. Das Schiff sei dort am frühen Morgen definitiv zu weit nach rechts geraten, bestätigte auch ein Polizeisprecher.

Das Kreuzfahrtschiff war mit 157 Menschen an Bord auf dem Rhein havariert. Wie die Polizei in Karlsruhe mitteilte, kollidierte die unter niederländischer Flagge fahrende „Bellriva“ am Dienstag kurz vor 4.00 Uhr mit einer Buhne am Rheinkilometer 393. Das Schiff schlug leck und drohte zu sinken, doch Passagiere und Besatzung konnten sich an Land retten. Zwei Menschen kamen ins Krankenhaus. Die Schadenshöhe stand zunächst nicht fest.

Dem Kapitän des Schiffes gelang es, das Schiff vom Unfallort in Höhe Rastatt-Plittersdorf (Baden-Württemberg) noch zum Rheinhafen Karlsruhe zu manövrieren und dort festzumachen. Das Schiff war auf einer Flusskreuzfahrt von Basel nach Köln. Es hätte am Dienstag im Hafen Speyer festmachen sollen. Am Mittwoch war es in Köln erwartet worden. Der Veranstalter sollte nun die Rückreise der Passagiere nach Köln per Bus organisieren.

„Wir wurden um halb vier wachgerüttelt“, sagte die Passagierin Marianne Sorsak (54) über den Zusammenstoß. „Erst dachte ich, wir seien in eine Schleuse gefahren, aber das Geräusch kam von unten, da hatte ich schon ein komisches Gefühl im Bauch“, erzählte die Belgierin. „Die Crew hat uns beruhigt. Etwa um 4 Uhr kam die erste Durchsage, wir mussten alle nach oben“, sagte der 75-jährige Siegfried Schmitz. „Panik hatten wir keine, keiner hat geweint oder geschrien, jeder war gelassen.“

Die Kollision mit der Buhne schlug nach Angaben des Einsatzleiters der Feuerwehr drei Lecks in das 105 Meter lange Schiff. Durch diese Löcher drang massiv Wasser in den Rumpf ein. Die sogenannten Lenzpumpen an Bord pumpten das eindringende Wasser teilweise ab. So schaffte es das Schiff noch selbstständig in den sechs Kilometer entfernen Karlsruher Hafen, wo es gegen 5.00 Uhr morgens vor der Hafentorsperre festmachte.

Passagiere konnten sich an Land retten

Die 114 Passagiere und nach ersten Angaben 43 Besatzungsmitglieder gingen dort von Bord. Die Passagiere wurden mit Pendelbussen zur Anlegestelle des Fahrgastschiffes „MS Karlsruhe“ gebracht und dort versorgt. Zwei Menschen mussten nach Angaben von Einsatzkräften ins Krankenhaus.

Die in den Niederlanden ansässige Reederei des Schiffes forderte unterdessen Spezialtaucher an, die die Leckagen in der Folge provisorisch abdichten sollen.