Norwegen

Attentäter Breivik plädiert auf "nicht schuldig"

Am ersten Tag des Prozesses gegen Anders Breivik gab der Angeklagte in Oslo an, er habe in Notwehr gehandelt.

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Knapp neun Monate nach den Anschlägen von Oslo und Utöya mit 77 Toten hat am Montag der Prozess gegen den norwegischen Attentäter Anders Behring Breivik begonnen. Der Vorwurf lautet Terrorismus und vorsätzlicher Mord. Als der Angeklagte am Morgen vor dem Gericht erschien, hob er vor laufenden Kameras die geballte rechte Faust. Er erkenne das Gericht nicht an, sagte er.

Brevik erklärte vor Gericht, er sei „nicht schuldig“. „Ich gebe die Taten zu, bekenne mich aber nicht strafschuldig“, sagte der 33-Jährige am Montag. Er habe in Notwehr gehandelt. Er muss sich für den Tod von 77 Menschen verantworten.

In dem auf zehn Wochen angesetzten Verfahren in der norwegischen Hauptstadt wird es vor allem darum gehen, ob der 33-Jährige zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähig war und damit wegen „Terrorakten“ zu der in Norwegen geltenden Höchststrafe von 21 Jahren verurteilt werden kann.

Das Urteil wird im Juli, also ungefähr ein Jahr nach der Tat vom 22. Juli 2011, erwartet. Das Gericht will rund 150 Zeugen hören. Als Nebenkläger treten rund 770 Überlebende und Hinterbliebene auf.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor in Oslo mit einer Autobombe acht Menschen getötet zu haben. Anschließend habe er auf der Insel Utøya in einem Feriencamp gezielt 69 junge Sozialdemokraten getötet. Der 33-Jährige hat beide Anschläge gestanden, wertet sie aber seinem Verteidiger zufolge nicht als Verbrechen.

Breivik darf vor Gericht fünf Tage lang über seine rechtsradikalen Motive sprechen. Die Norweger erwarten schockierende Aussagen.