Beben der Stärke 8,9

Tsunami-Gefahr nach Erdbeben vor Küste Sumatras

Nach einem schweren Erdbeben vor der Provinz Aceh hat Indonesien eine Tsunami-Warnung herausgegeben.

Indonesien hat nach einem schweren Erdbeben vor der Insel Sumatra am Mittwoch eine Tsunami-Warnung herausgegeben. Der Erdstoß der Stärke 8,7 war in Singapur, Thailand, Malaysia und Indien zu spüren, wie Twitter-Nutzer berichteten. An der malaysischen Westküste schwankten Hochhäuser eine Minute lang. Das Pazifische Tsunami-Warnzentrum auf Hawaii erklärte, die Warnung gelte im Indischen Ozean unter anderem für Indonesien und Australien, aber auch für Kenia, Südafrika, den Iran und Singapur.

Die US-Erdbebenwarte USGS erklärte, das Beben habe sein Zentrum etwa 30 Kilometer unter dem Meeresboden knapp 500 Kilometer von der Provinzhauptstadt Banda Aceh entfernt gehabt. Dort flüchteten die Menschen in Autos und auf Motorrädern auf höher gelegenes Gebiet. Der thailändische Katastrophenschutz ordnete die Evakuierung von sechs Provinzen entlang der Westküste des Landes an. Darunter waren die bei Touristen beliebten Gegenden Phuket, Krabi und Phang-Nga.

Dem gewaltigen Tsunami, der Weihnachten 2004 etwa 230.000 Menschen in der Region das Leben kostete, ging ein Erdbeben der Stärke 9,1 voraus. Die meisten Opfer gab es damals in Aceh.

Stärke des Erdbebens vergleichbar mit Japan

Nach dem Erdbeben rechnet auch das Deutsche Geoforschungszentrum (GFZ) mit einem Tsunami – dessen Ausmaß konnten die Forscher jedoch nicht voraussagen. „Das Erdbeben war gegen 10.38 Uhr unserer Zeit etwa 400 Kilometer von der Küste von Sumatra entfernt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass es einen Tsunami erzeugt hat – die Frage ist, wie groß er ist“, sagte der Potsdamer Wissenschaftler Rainer Kind am Mittwoch.

Es habe vom Tsunami-Warnsystem eine Meldung gegeben. Inseln vor der Küste Sumatras könnten nach seiner Einschätzung bereits von einer Welle erreicht worden sein. „Das Erdbeben ist vergleichbar mit dem Japan-Beben vor einem Jahr“, sagte Kind.

Nach den Aufzeichnungen hat das Erdbeben auf einer relativ flachen Fläche stattgefunden. „Es gab wenig vertikale Bewegungen“, erklärte Kind. Theoretisch könnte ein Tsunami dadurch deutlich schwächer ausfallen. „Da wir aber die Topographie des Meeresboden nicht kennen, lässt sich dies nur schwer vorhersagen“, so Kind.