Oklahoma

Verdächtige gestehen Mordserie an Schwarzen

| Lesedauer: 2 Minuten

Nach mehreren Morden an Schwarzen im US-Bundesstaat Oklahoma haben zwei Weiße die Taten gestanden. Der Fall heizt die Rassismusdebatte an.

Nach einer Reihe von Anschlägen auf Afroamerikaner im US-Staat Oklahoma haben die beiden Verdächtigen ihre Taten offenbar gestanden. Das geht aus Polizeiunterlagen hervor. Die beiden Männer, ein 19-Jähriger und ein 32-Jähriger, sollen am Freitag in der Stadt Tulsa drei Menschen auf der Straße erschossen haben.

Das Motiv für die Angriffe könnte gewesen sein, dass der Vater eines der Verdächtigen vor zwei Jahren von einem Schwarzen erschossen worden sei, teilte die Polizei mit. Auf Facebook habe der junge Mann am Donnerstag zum zweiten Todestag des Vaters eine rassistische Äußerung verbreitet.

FBI-Agent James Finch sagte, noch sei es „viel zu früh“, die Mordserie als rassistisches Verbrechen zu bezeichnen. „Wir müssen die Informationen noch analysieren und die Motive in dem Fall verstehen.“

Anklage am kommenden Montag

Die beiden weißen Verdächtigen, denen dreifacher Mord vorgeworfen wird, erschienen der Zeitung „Tulsa World“ zufolge am Montag vor dem Haftrichter. Beide Männer bleiben demnach im Gefängnis, die Anklageschrift soll am kommenden Montag verlesen werden.

Am Freitag waren kurz nacheinander in einem vorwiegend von Afroamerikanern bewohnten Viertel von Tulsa fünf Schwarze auf der Straße beschossen worden, zwei von ihnen überlebten schwer verletzt. Die schwarze Gemeinde der Stadt lebte daraufhin in Angst vor weiteren Morden. An der Großfahndung nach den Schützen beteiligten sich auch Beamte der Bundespolizei FBI. In der Nacht zum Sonntag wurden die mutmaßlichen Täter nach mehreren Hinweisen aus der Bevölkerung gefasst.

Rassismusdebatte angeheizt

Die Mordserie kommt inmitten einer Debatte über Rassismus und laxe Waffengesetze in den USA, die durch den Tod eines afroamerikanischen Teenagers in Florida ausgelöst worden war. Der 17-jährige Trayvon Martin war Ende Februar in Sanford von einem Mitglied einer Bürgerwehr erschossen worden. Die genauen Umstände sind unklar: Der Schütze George Zimmerman meldete den Jugendlichen bei der Polizei als verdächtig und nahm auf eigene Faust die Verfolgung auf.

Zimmerman gibt an, er sei von Martin attackiert worden und habe aus Notwehr geschossen. Der Teenager, der sich auf dem Weg nach Hause befand, war jedoch unbewaffnet. Zehntausende Menschen forderten bei Demonstrationen die Festnahme Zimmermans, der sich weiter auf freiem Fuß befindet.

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